Ukraine-Krieg

„Kladderadatsch“: Melnyk reagiert auf Ausweisungs-Forderung

Nach Ansicht eines CDU-Politikers aus Sachsen soll Andrij Melnyk schnellstens des Landes verwiesen werden. Doch der Botschafter hat, wie immer, einen Konter parat.

José-Luis Amsler Team News jla
2 Min
Andrij Melnyk

Andrij Melnyk

© dpa/Michael Kappeler

Der noch amtierende ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat erzürnt auf die Forderungen eines sächsischen CDU-Politikers, er müsse zur Persona non grata erklärt und aus Deutschland ausgewiesen werden, reagiert.

Den Botschafter eines befreundeten Landes ausweisen zu wollen, weil dieser „Klartext“ spreche, sei „beispielloser Kladderadatsch“, sagte der vor Kurzem nach Kiew abberufene Diplomat der Bild-Zeitung.

Am Montag hatte der Leipziger Bundestagsabgeordnete Jens Lehmann (CDU) auf Instagram seinen Unmut über teils kontroverse Aussagen Melnyks sowie dessen wiederholte Kritik an deutschen Politikern kundgetan. „Das Fass ist übergelaufen“, schrieb Lehmann. Nun konterte Melnyk die Äußerungen des sächsischen Abgeordneten in der Bild: „Das Fass ist übergelaufen? Hallo Leute, was für ein Bier muss man getrunken haben?“

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Auf Twitter gab es sowohl Kritik als auch Zuspruch für den Diplomaten, der seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine immer wieder mit sehr deutlichen, oft auch umstrittenen Äußerungen von sich reden machte. „Ich werde Ihre offene und teilweise recht aggressive Kommentare als Botschafter hier in Deutschland vermissen“, schrieb ein Nutzer unter Melnyks Twitter-Mitteilung. „Es hilft nicht wenn Sie unsere Politiker beleidigen“, konterte ein anderer.

„Sie sind unerwünscht“: Melnyks „Art der Diplomatie“

Die jüngste Fehde zwischen Melnyk und dem Leipziger Abgeordneten geht auf einen Tweet des 46-Jährigen zurück, in dem er eine Einladung an den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, die Ukraine zu besuchen, wieder zurückzog. Dieser hatte in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ gefordert, den Krieg „einzufrieren“. „Sie sind unerwünscht“, teilte Melnyk dem CDU-Politiker mit.

Melnyk wird noch bis zum 14. Oktober als Botschafter in Berlin tätig sein, wurde jedoch bereits im Juli vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach Kiew abberufen. Grund sei unter anderem Melnyks „Art der Diplomatie“ gewesen.

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