Studie

Klimawandel-Skepsis in Deutschland: 59 Prozent der Befragten zeigen Zweifel

Immer mehr Deutsche zweifeln an der Aussage, der Klimawandel sei menschengemacht.Als Ursachen nennen die Forschenden den Ukrainekrieg und schwindendes Vertrauen in Politik und Wissenschaft.

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Immer mehr Deutsche zweifeln am Klimawandel.

Immer mehr Deutsche zweifeln am Klimawandel.

© Thomas Warnack/dpa

Immer mehr Menschen in Deutschland zweifeln am menschengemachten Klimawandel oder halten Warnungen vor dessen Folgen für übertrieben. Das zeigt eine Auswertung von Daten der Europa-Universität Flensburg.

Die Skepsis gegenüber Klimawandel und Klimaschutz hat in Deutschland erstmals seit Beginn entsprechender Befragungen im Jahr 2014 deutlich zugenommen. Zu diesem Ergebnis kommen Katharina Gies und Emanuel Deutschmann von der Europa-Universität Flensburg auf Grundlage des sogenannten Gesis-Panels, einer jährlich stattfindenden repräsentativen Befragung von rund 5400 Menschen.

Nach den Angaben der Forschenden zeigten 59 Prozent der Befragten im Jahr 2023 insgesamt stärkere klimaskeptische Einstellungen als im Vorjahr. 93 Prozent seien in mindestens einem Aspekt skeptischer als zuvor gewesen. Die Zahl der Menschen, die eine Abkehr von fossilen Brennstoffen für unnötig halten, habe sich von 2022 auf 2023 um fast ein Drittel erhöht.

Zweifel an der Klimakrise selbst

Auch die grundsätzlichen Zweifel an einer Klimakrise nehmen laut Auswertung zu. 28 Prozent mehr Befragte als 2022 hätten daran gezweifelt, dass Natur und Klima auf eine Krise zusteuern. 19 Prozent mehr als zuvor hätten Berichte über den Klimawandel und seine ökologischen Folgen für übertrieben gehalten. Die Zweifel hätten dabei besonders bei jenen Menschen zugenommen, die zuvor nicht zu den Skeptikern gehörten.

Besonders anfällig für Klimaskepsis seien Menschen mit geringem Vertrauen in die Regierung und mit einer hierarchischen Weltsicht, berichten die Forschenden.

Ukrainekrieg als Triebkraft

Als treibende Kraft sehen Gies und Deutschmann die geopolitischen Krisen der vergangenen Jahre, insbesondere den Ukrainekrieg. Die damit verbundene Knappheit bei Erdöl und Erdgas habe Versorgungsängste geschürt und Preise in die Höhe getrieben. Einen Zusammenhang zur individuellen wirtschaftlichen Lage habe es hingegen nicht gegeben.

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Das Problem liege vor allem in einem wachsenden Vertrauensverlust gegenüber Wissenschaft und Politik, sagte Deutschmann. „Wer Klimaschutz und Transformationsprozesse gesellschaftlich breit verankern will, muss diese Einstellungen ernst nehmen.“ Es müsse vermieden werden, dass Klimaschutz als Projekt einer „linken Elite“ wahrgenommen werde.

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