China

Nach Warnung von Anthropic-Chef Amodei: Auch chinesischer Minister sieht Risiken durch KI

Anthropic-Chef Amodei forderte zuletzt, die Entwicklung immer leistungsfähigerer KI-Systeme zu bremsen. Nun äußert auch Chinas Staatssicherheitsminister Bedenken im Zusammenhang mit der Technologie.

3 Min
Auf einem Smartphone-Bildschirm sind mehrere KI-Anwendungen zu sehen, darunter DeepSeek.

Auf einem Smartphone-Bildschirm sind mehrere KI-Anwendungen zu sehen, darunter DeepSeek.

© Philip Dulian/dpa

Chinas Staatssicherheitsminister Chen Yixin warnt vor Risiken durch künstliche Intelligenz (KI). In einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung schrieb er, die Technologie könne unter anderem Chinas „politische, institutionelle und ideologische Sicherheit“ gefährden, wie die Financial Times berichtet.

Als mögliche Gefahren nannte Chen demnach den Missbrauch generativer KI durch „feindliche Kräfte“. Unter anderem Deepfake-Audio und -Videos, KI-generierte Texte und Bilder könnten demnach genutzt werden, um „politische Gerüchte zu erfinden, schädliche Informationen zu verbreiten“ und gesellschaftliche Spaltungen zu fördern.

Welche Risiken sieht der Minister?

„Diese Aktivitäten stellen einen Angriff auf die öffentliche Meinung und eine kognitive Kriegsführung gegen China dar und bedrohen unmittelbar unsere politische, institutionelle und ideologische Sicherheit“, erklärte er nach Angaben der Zeitung.

Die KI könnte Schwachstellen in Computersystemen aufspüren und Schadsoftware zur Ausnutzung dieser Schwachstellen erzeugen, schrieb Chen laut Bloomberg. Zudem könnten ausländische Geheimdienste mithilfe von KI-gestützten Datensammlungs- und Profiling-Systemen an sensible Informationen gelangen.

Chen warnte laut Financial Times außerdem davor, dass chinesische Unternehmen durch die Nutzung ausländischer KI-Systeme sensible Informationen preisgeben könnten. Die Technologie sei eine „neue Arena für den strategischen Wettbewerb zwischen Großmächten“, erklärte er laut der South China Morning Post.

Während einige Forscher in den USA zuletzt vor einer möglichen existenziellen Bedrohung durch künstliche Intelligenz gewarnt hatten, enthielt die Erklärung des chinesischen Ministers laut Financial Times keine solche Warnung. Auch wurden chinesische Unternehmen dem Bericht zufolge nicht aufgefordert, die KI-Entwicklung zu bremsen.

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Diskussion über KI-Sicherheit in den USA

Auch in den USA wird derzeit über die Risiken der rasanten KI-Entwicklung diskutiert. Anthropic-Chef Dario Amodei forderte zuletzt, das Tempo bei der Weiterentwicklung leistungsfähiger KI-Modelle zu verlangsamen. OpenAI-Chef Sam Altman und Elon Musk unterstützten den Vorstoß.

Die staatliche chinesische Zeitung Global Times kritisierte den Vorstoß unterdessen als Versuch, Chinas Entwicklung im Bereich künstlicher Intelligenz einzudämmen. Das Blatt warf Amodei vor, auch Maßnahmen gegen China zu fordern, darunter Beschränkungen beim Verkauf leistungsfähiger KI-Chips.

US-Präsident Donald Trump wies Forderungen nach einer Verlangsamung unterdessen zurück. „Wir sind China im Bereich der KI voraus. Wir sind das fortschrittlichste Land der Welt, und ehrlich gesagt möchte ich, dass das so bleibt, denn wer im Bereich der KI gewinnt, gewinnt“, sagte er nach Angaben von Reuters.

Zugleich erklärte Trump, bestimmte „Leitplanken“ für die Technologie seien möglich. „Aber ich denke, es gibt viele sehr negative Kräfte, die das Thema ansprechen, die es nicht ansprechen sollten, und sie bringen Dinge zur Sprache, die nicht passieren werden“, fügte er hinzu.

Die unterschiedlichen Positionen könnten auch bei einem geplanten Treffen zwischen Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping eine Rolle spielen. Die beiden Staatschefs sollen noch in diesem Monat in den USA zusammenkommen. Dabei dürfte auch die Sicherheit künstlicher Intelligenz auf der Tagesordnung stehen, wie die Financial Times berichtet.

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