Die Rechnung geht aufs Haus, jedenfalls im Dezember: Die Expertenkommission Gas und Wärme hat am Montag ihre Vorschläge zu einer Gaspreisbremse für Privathaushalte und Betriebe vorgelegt. Danach übernimmt der Bund die Abschlagszahlung für Gas im Dezember für alle Gaskunden komplett. Das Weihnachtsgeld ist als schnelle Hilfe gedacht und wird alle Haushalte beglücken, egal ob Ein-Zimmer-Apartment oder Gründerzeit-Villa. Jeder, der mit Gas heizt, muss im Dezember keinen Abschlag dafür zahlen. Mehr Gießkanne geht nun wirklich nicht.
Das wissen auch die Erfinder der Gaspreisvollbremse. Die erste Entlastung sollte noch in diesem Jahr spürbar sein, sagte die Wirtschaftsweise Veronika Grimm fast entschuldigend. Das sei der Auftrag der Bundesregierung gewesen. Und der war im Grunde eine einzige Zumutung.
Gas-Kommission: Staat soll Abschläge für Dezember übernehmen
Nachdem die Bundesregierung die Gaspreisumlage in den Sand gesetzt hatte, sollten es die 21 Expertinnen und Experten hinbiegen – und das bitte sofort. Statt Ende Oktober war die Verkündung noch mal kurzfristig vorverlegt und auf den Montag gesetzt worden. Die Bundesregierung braucht die politische Entlastung nämlich mindestens so dringend wie die meisten – nicht alle! – Bürger die finanzielle.
Der Weihnachtsbonus kostet fünf Milliarden Euro
Fünf Milliarden Euro kostet das Gas-Weihnachtsgeld die Steuerzahler. Sinnvoller wird es dann im neuen Jahr, allerdings nicht gleich zu Beginn. Erst ab März soll die echte Gaspreisbremse kommen. Dann werden nur noch 80 Prozent vom Gasverbrauch subventioniert – und auch das nicht auf den früheren Billig-, sondern den „neuen Normalpreis“ von zwölf Cent pro Kilowattstunde. Wer nicht spart, zahlt kräftig. Das Ganze ist erst mal bis April 2024 befristet und schlägt mit weiteren 60 Milliarden Euro zu Buche. Zusammen mit den Entlastungen für die Industrie ist dann die Hälfte von Olaf Scholz’ „Doppelwumms“-Milliarden aufgebraucht. Wie es weitergeht, wird man sehen. Wir feiern erst mal Weihnachten.
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