Abgeordnetenhauswahl

Krach zu Wegner: „Für das Amt vollständig disqualifiziert“

SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach erhebt schwere Vorwürfe gegen Kai Wegner – und macht CDU-Wählern ein klares Angebot.

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SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach: „Ich werde es in keiner Konstellation zulassen, dass Kai Wegner in einem künftigen Senat eine Rolle übernehmen kann.“

SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach: „Ich werde es in keiner Konstellation zulassen, dass Kai Wegner in einem künftigen Senat eine Rolle übernehmen kann.“

© Annette Riedl/dpa

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner gerät weiter unter Druck. Nach Informationen aus der Senatskanzlei führte Wegner am Morgen des 3. Januar – dem Tag des verheerenden Stromausfalls im Berliner Südwesten – entgegen seinen eigenen Angaben keine dienstlichen Telefonate.

Bis 12.45 Uhr habe der Austausch lediglich per Textnachrichten stattgefunden. Dem widerspricht eine Aussage Wegners vom 7. Januar in einem Interview mit Welt TV, wonach er bereits seit dem frühen Morgen mit den Krisenstäben telefoniert habe.

SPD-Spitzenkandidat für das Rote Rathaus Steffen Krach zieht daraus eine unmissverständliche Schlussfolgerung. Gegenüber der Berliner Zeitung erklärte er: „Es ist völlig klar, dass jemand, der die Berlinerinnen und Berliner über sein Krisenmanagement am Tag des Stromausfalls nachweislich getäuscht und mehrfach gelogen hat, für das Amt des Regierenden Bürgermeisters nicht geeignet ist. Kai Wegner hat sich für diese Aufgabe vollständig disqualifiziert.“

Kein Koalitionsbruch – aber eine Alternative für CDU-Wähler

Einen Koalitionsbruch 74 Tage vor der Wahl schloss Krach dennoch aus: „Das können wir den Berlinerinnen und Berlinern nicht zumuten. Sie haben es am 20. September selbst in der Hand.“ Zugleich wandte er sich direkt an enttäuschte Unionswähler: „Das sage ich auch ganz bewusst in Richtung von CDU-Wählern, für die ihre Partei durch Kai Wegner unwählbar geworden ist. Ich bin die glaubwürdige Alternative, wer ein Kreuz für Krach macht, bekommt wieder seriöse Politik im Roten Rathaus.“

Koalitionen schließe er keine aus, mit Ausnahme der AfD. Eines aber stehe fest: „Ich werde es in keiner Konstellation zulassen, dass Kai Wegner in einem künftigen Senat eine Rolle übernehmen kann.“

Ein Blackout mit langen Nachwirkungen

Am 3. Januar hatten mutmaßliche Linksextremisten einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke verübt. Die Folge war der längste Stromausfall der Berliner Nachkriegsgeschichte. Im Südwesten der Stadt waren rund 100.000 Menschen teils tagelang ohne Strom.

Wegner war bereits damals in die Kritik geraten, weil er ein etwa einstündiges Tennismatch am ersten Tag gegen Mittag zunächst verschwiegen hatte. Bis heute ist nicht lückenlos geklärt, mit welchen Stellen er wann und auf welche Weise Kontakt hatte.

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