Geopolitik

Kramp-Karrenbauer-Kommission mahnt: Deutschland muss auf Brics-Vormarsch reagieren

Das Gremium unter Leitung der ehemaligen Verteidigungsministerin fordert eine Neuausrichtung Deutschlands angesichts globaler Machtverschiebungen.

Katerina Alexandridi BLZ
2 Min
Das Gremium unter Leitung der ehemaligen Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (M.) hat seinen Abschlussbericht in Berlin vorgestellt.

Das Gremium unter Leitung der ehemaligen Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (M.) hat seinen Abschlussbericht in Berlin vorgestellt.

© John MacDougall/AFP

Angesichts globaler Machtverschiebungen und wachsender Abhängigkeiten empfiehlt eine unabhängige Kommission unter Leitung der ehemaligen CDU-Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer einen grundlegenden außen- und wirtschaftspolitischen Kurswechsel. Das vom Think & Do Tank Global Perspectives Initiative einberufene Gremium hat seinen Abschlussbericht mit dem Titel „Welt im Umbruch – Deutschland und der Globale Süden“ an die Bundesregierung übergeben.

Besonders im Fokus stehen die Brics-Staaten, die inzwischen rund 35 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung erbringen, während die G7-Staaten nur noch 30 Prozent ausmachen. „Die Welt wartet nicht. Deutschland muss sich jetzt klug aufstellen und klären, welche Rolle es in der Zukunft spielen will“, betont Kramp-Karrenbauer.

Die Kommission unterstreicht die wirtschaftliche Verwundbarkeit Deutschlands: Jeder vierte Arbeitsplatz sei exportabhängig, jeder zweite Euro werde im Ausland verdient. Zugleich wachse die Abhängigkeit von kritischen Ressourcen, etwa für Digitalisierung und Energiewende. „Was auf dem Spiel steht, ist nicht weniger als unser Platz in der Welt“, betont die Vorsitzende der Expertenkommission. Im Osten führe Wladimir Putin Krieg gegen die Ukraine, im Westen setze Donald Trump auf handelspolitische Konfrontation und agiere erratisch. „Deutschland darf angesichts dieser Lage nicht in Schockstarre verfallen“, warnt sie.

Kommission warnt: Der Globale Süden gewinnt an Bedeutung

Der Bericht empfiehlt unter anderem eine strategische Zusammenarbeit im Bereich der Entwicklung, gezielte Anreize für private Investitionen im Globalen Süden, die Gründung einer nationalen Einwanderungsagentur sowie den Ausbau internationaler Finanzinstrumente. „Wir brauchen keine Schneckenhaus-Mentalität oder eine nach innen gewandte ‚Deutschland-Zuerst-Politik‘, sondern einen erweiterten Blick nach außen“, so Kramp-Karrenbauer.

Gregor Darmer, Co-CEO von Global Perspectives Initiative, betont: „Während der Westen an Einfluss verliert, gewinnt der Globale Süden an Bedeutung.“ Die Empfehlungen der Kommission seien eigenen Angaben zufolge bereits in den Koalitionsvertrag eingeflossen – nun komme es auf die Umsetzung an.

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