Krankenhäuser bauten in zehn Jahren 50 000 Stellen ab

Schmidt: Mehr Pflegekräfte in Kliniken

Katja Tichomirowa
2 Min

BERLIN. Mit einer Aufstockung des Pflegepersonals will das Bundesgesundheitsministerium dem Personalmangel in deutschen Krankenhäusern Abhilfe schaffen. 21 000 zusätzliche Stellen sollen möglichst schnell geschaffen werden, erklärte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) anlässlich eines Pflegegipfels, zudem sich gestern Vertreter der Krankenhausverbände, Gewerkschaften, Ärzte, Pflegeorganisationen und Krankenkassen in Berlin trafen.Der demografische Wandel und die steigende Anzahl von Hochbetagten stellten eine neue Herausforderung dar, sagte Schmidt. Die Pflegenden müssten entlastet und Nachwuchs für den Beruf gewonnen werden.Allein in den vergangenen zehn Jahren seien 50 000 Stellen in den Kliniken abgebaut worden, erläuterte die Präsidentin des Deutschen Pflegerats, Marie-Luise Müller. Während eine Krankenhauspflegekraft 1995 durchschnittlich noch sechs Patienten zu betreuen hatte, seien es heute zwölf Patienten.Die Krankenkassen indes lehnen die geplante Aufstockung ab. "Wir sind gegen ein solches Programm", sagte die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer. Der Rückgang der Pflegekräfte in den Krankenhäusern spiegele nur den Wandel von der stationären hin zur ambulanten Versorgung wider. 30 000 Pflegekräfte, die heute weniger im Krankenhaus seien, arbeiteten jetzt in Pflegeheimen und in der ambulanten Pflege. "Es wäre falsch, ein Einstellungsprogramm zu initiieren, das Pflegekräfte vermehrt dort einstellt, wo die Pflege zunehmend weniger stattfindet", so Pfeiffer. Nach den Plänen Schmidts sollen die zusätzlichen Stellen durch die gesetzlichen Kassen finanziert werden. (tich.)

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