Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bleibt bei seiner Haltung zur Zahl der Krankentage in Deutschland und bekräftigte diese noch. Nach einer Sitzung des CDU-Bundesvorstandes sagte Merz, bei den durchschnittlich 14,5 Krankentagen, von denen er am Wochenende gesprochen hatte, seien kurzfristige Krankmeldungen von ein oder zwei Tagen noch gar nicht dabei. „Wenn die einbezogen würden, dann läge die Zahl noch deutlich höher. Und damit ist der Krankenstand im Durchschnitt in den Unternehmen in Deutschland zu hoch.“
Merz hatte das Thema am Wochenende bei einer Veranstaltung in Bad Rappenau angeschnitten. „Das sind fast drei Wochen, in denen die Menschen in Deutschland aus Krankheitsgründen nicht arbeiten“, sagte er mit Blick auf die durchschnittliche Zahl von Krankentagen. „Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig?“
Kritik von Oppositionsparteien
Merz sieht in diesem Zusammenhang die telefonischen Krankschreibungen als Problem. Seine Partei dringt seit längerer Zeit auf die Abschaffung der telefonischen Krankmeldung. Merz verwies auf Ärzte, die auch sagten, sie könnten gar nicht beurteilen, ob jemand wirklich arbeitsunfähig sei, wenn sie den Patienten nicht gesehen hätten.
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Der Bundeskanzler sagte zudem nach der Sitzung, er habe sehr viel Zustimmung für seine Äußerungen vom Wochenende bekommen. Die Opposition hatte ihn allerdings dafür kritisiert.
Linke-Bundesgeschäftsführer Janis Ehling sagte etwa, wer den hohen Krankenstand beklage, solle über Überlastung, Personalmangel und krank machende Arbeitsbedingungen sprechen, statt Beschäftigten fehlende Arbeitsmoral zu unterstellen. Der BSW-Vorsitzende Fabio De Masi warf dem Kanzler vor, Millionen Beschäftigte unter Generalverdacht zu stellen.
Die Vorsitzende der Grünen Franziska Brantner räumte zwar ein, dass wirtschaftlich klar sei, dass mehr gearbeitet werden müsse. Dafür brauche es aber gute Rahmenbedingungen wie verlässliche Kinderbetreuung.
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