Russland

Kreml: Putin traf Gerhard Schröder zu Vier-Augen-Gespräch in Moskau

Der russische Präsident traf den Altkanzler offenbar kürzlich zu einem privaten Vier-Augen-Gespräch. Zuvor hatte Putin den Schröder als möglichen Vermittler im Ukraine-Krieg ins Spiel gebracht.

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Wladimir Putin und Gerhard Schröder bei einem Treffen im Jahr 2018

Wladimir Putin und Gerhard Schröder bei einem Treffen im Jahr 2018

© Alexei Druzhinin/Russian Presidential Press and Information Office/TASS/imago

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den früheren deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder im Kreml zu einem privaten Gespräch empfangen. Inhalte des Treffens wurden nicht bekannt.

Putin und Schröder seien in Moskau zu einem Vier-Augen-Gespräch zusammengekommen, bestätigte der außenpolitische Berater des Kremls, Juri Uschakow, der russischen Nachrichtenagentur Interfax. „Ja, ich habe ihn getroffen, wir hatten ein gutes Gespräch“, sagte Uschakow demnach. Das Treffen habe im Kreml stattgefunden.

Auf die Frage, ob bei dem Gespräch auch mögliche Verhandlungsperspektiven zwischen Russland und der Europäischen Union erörtert worden seien, sagte Uschakow laut Interfax: „Ich weiß es nicht, es war ein Vieraugengespräch.“ Das Gespräch sei freundlich verlaufen, Details kenne er nicht.

Debatte in der EU um Vermittlerrolle

Putin hatte Schröder zuvor öffentlich als möglichen Vermittler im Krieg zwischen Russland und der Ukraine ins Gespräch gebracht. Der 82-Jährige ist bekanntlich mit dem Kremlchef befreundet und war nach seiner Regierungszeit als Lobbyist für russische Energieunternehmen tätig. Der Vorschlag Putins, ihn als Verhandler einzusetzen, stieß in Berlin und Brüssel auf Ablehnung.

In der Debatte über mögliche Vermittler wurden zuletzt auch die Namen von Altkanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier genannt. Merkels Büro teilte dem Spiegel jedoch mit, es gebe keinerlei Anfragen dieser Art an die Bundeskanzlerin a.D. Das Bundespräsidialamt wollte sich demnach nicht äußern. Auch der ehemalige Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, war für die Rolle im Gespräch.

Christoph Heusgen, Professor an der Universität St. Gallen und früherer Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, sagte der Berliner Zeitung kürzlich, es bedürfe einer Persönlichkeit, die von beiden Konfliktparteien akzeptiert werde und über Autorität verfüge. Merkel hätte aus seiner Sicht das volle Vertrauen des früheren ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko gehabt und sei von Putin geachtet worden.

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Europa wittert Chance für Verhandlungen

Das Treffen zwischen Putin und Schröder fällt in eine Phase, in der in westlichen Hauptstädten verstärkt über mögliche Wege zu einem Ende der Kampfhandlungen diskutiert wird. Großbritannien, Frankreich und Deutschland arbeiten Berichten zufolge derzeit gemeinsam mit der ukrainischen Führung an Überlegungen, wie direkte Gespräche mit Russland wieder in Gang gebracht werden könnten.

Hintergrund sei die Einschätzung in London, Paris und Berlin, dass sich das Kräfteverhältnis zuletzt leicht zugunsten Kiews verschoben habe – unter anderem wegen russischer Verluste an der Front und der zunehmenden Wirksamkeit ukrainischer Drohnenangriffe tief im russischen Hinterland.

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