Auf der griechischen Insel Kreta kämpfen mehr als 200 Feuerwehrleute den zweiten Tag in Folge gegen Brände, wie Reuters berichtet. Drei griechische Feuerwehrleute kamen bei den Einsätzen am Mittwoch ums Leben, zwei weitere wurden verletzt.
Zwischen Dienstagabend und Mittwochabend verzeichnete die griechische Feuerwehr laut Euronews 37 Brände in ländlichen Gebieten und Wäldern. Bei sieben dauern die Löscharbeiten noch an. Schwere Brände befanden sich laut dem Bericht neben Kreta auch auf der Insel Lesbos.
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Feuer auf Kreta: Welche Orte sind betroffen?
Das schwerste und schwierigste Feuer befand sich laut Euronews am Donnerstagmorgen im Süden von Rethymno. Die stellvertretende Regionalgouverneurin Maria Lioni sprach von einer „Albtraumnacht und einem Albtraumtag“. Insgesamt seien nach Schätzung der Regionalverwaltung rund 8000 Einwohner und Besucher in Sicherheit gebracht worden.
Das Feuer brach laut Euronews am Mittwoch gegen 14.30 Uhr in niedriger Vegetation nahe Krya Vrysi in der Gemeinde Agios Vasileios auf der Südseite Kretas aus. Von dort breiteten sich die Flammen durch starke Nordwinde rasch in Richtung mehrerer Küstenorte aus.
Betroffen waren nach Euronews-Angaben unter anderem Melambes, Sachtouria, Agios Pavlos, Orne und Agia Galini. Am Donnerstagmorgen sprachen Vertreter der Region Kreta laut dem Bericht von einer aktiven Feuerfront von mehr als 15 Kilometern.
Der Ferienort Agia Galini wurde Euronews zufolge über den Landweg evakuiert. Aus den Orten Agios Pavlos und Triopetra brachte die Küstenwache Menschen laut dem Bericht per Boot in Sicherheit, weil Busse diese Gebiete über die Straße nicht erreichen konnten.
Starke Winde erschweren Einsätze aus der Luft
Der starke Wind erschwerte den Einsatz aus der Luft erheblich. Laut Euronews erreichten die Böen auf der Südseite Rethymnos stellenweise Windstärke 10 bis 11 auf der Beaufort-Skala – das Nationale Observatorium Athen maß Spitzen über 100 Kilometer pro Stunde. Zwei Hubschrauber waren demnach zwar bereitgestellt, konnten am Donnerstagmorgen aber nicht sicher kontinuierlich Wasser abwerfen.
„Leider gibt es keine Besserung, und die neuesten Informationen deuten darauf hin, dass die Winde im Laufe des Tages zunehmen werden“, sagte Giorgos Tsapakos, stellvertretender Regionalgouverneur für Zivilschutz auf Kreta, laut Reuters im Sender SKAI. „Aufgrund der starken Winde konnten die Luftfahrzeuge heute Morgen nicht operieren.“ Bereits in den vergangenen Tagen hatten schwere Waldbrände unter anderem in Frankreich und Spanien zu großflächigen Evakuierungen geführt.
Waldbrände in der Türkei erreichen Antalya und Muğla
Auch an der türkischen Mittelmeerküste breiteten sich mehrere Feuer aus. In der südwestlichen Provinz Muğla wurden rund 200 Einwohner sowie vorsorglich ein staatliches Krankenhaus evakuiert, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete. Nach Angaben des Provinzbürgermeisters Ahmet Aras erschwerte starker Wind die Löscharbeiten. Die Flammen griffen von einer landwirtschaftlich genutzten Fläche auf einen angrenzenden Wald über.
Die Behörden sperrten zeitweise die wichtige Fernstraße zwischen dem Ferienort Fethiye und Antalya. Nach Angaben der Provinzverwaltung von Muğla waren fünf Löschflugzeuge, elf Hubschrauber, 40 Feuerwehrfahrzeuge und Hunderte Einsatzkräfte an den Löscharbeiten beteiligt, berichtete AP.
Weitere Brände wurden aus der Provinz Antalya gemeldet. Im Bezirk Alanya kämpften Einsatzkräfte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu aus der Luft und am Boden gegen ein Feuer. Betroffen waren demnach die Ortsteile Sapadere, Fakırcalı und Beldibi. Einige Häuser nahe dem Brandgebiet seien vorsorglich geräumt worden, sagte der Bezirksgouverneur Şakir Öner Öztürk der Agentur. Niedrige Luftfeuchtigkeit und kräftiger Wind erschwerten die Löscharbeiten.
Welche Sicherheitshinweise sollten Reisende beachten?
Das Auswärtige Amt rät Reisenden auf ihrer Website, auf ihrem Handy die Option „Notfallbenachrichtigungen“ (Cell Broadcast Alerts) zu aktivieren. Über diese Warnungen werde man auch über Evakuierungen informiert – auf Griechisch und Englisch.
Bei Notlagen solle die europäische Notfallnummer 112 gewählt werden. Damit Handys möglichst lange in Betrieb bleiben können, sei es außerdem ratsam, eine Powerbank mit sich zu führen. Vor Ort sollten Reisende in Brandgebieten mit Beeinträchtigungen der Infrastruktur rechnen. Laut ADAC kann es zu Straßensperren und Umleitungen kommen, auch Ausfälle im Bahnverkehr sind möglich.
Wer weiterreisen möchte, kann sich vorab informieren: Der griechische Katastrophenschutz aktualisiert nach ADAC-Angaben täglich eine Übersichtskarte mit den aktuellen Waldbrand-Risikostufen für die einzelnen Regionen.
Was müssen Touristen bei der Stornierung von Reisen beachten?
Ein kostenloses Storno kann bei Pauschalreisen möglich sein, wenn am Urlaubsort oder in unmittelbarer Nähe sogenannte unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Reise erheblich beeinträchtigen. Waldbrände können laut ADAC solche Umstände sein.
Entscheidend ist aber der konkrete Bezug: Die gebuchte Reise muss tatsächlich oder mit hinreichender Wahrscheinlichkeit von den Bränden oder ihren Folgen wie Rauch betroffen sein. Zudem muss die Reise zeitnah bevorstehen und in eine unmittelbar betroffene Region führen.
Bei nicht in Kürze beginnenden Reisen sieht es laut ADAC anders aus. Da sich nicht vorhersagen lässt, wann Brände gelöscht sind, ist ein kostenloses Storno Wochen oder Monate vorher in der Regel nicht möglich. Auch Brände in anderen Landesteilen berechtigen nicht zum kostenfreien Rücktritt.
Extreme Hitze allein oder bloße Angst vor Bränden genügen nach ADAC-Angaben ebenfalls nicht – hier drohen Stornokosten. Treten Probleme erst während der Reise auf, kann der Vertrag unter bestimmten Voraussetzungen gekündigt und die Heimreise angetreten werden. Dazu müsse allerdings eine erhebliche Beeinträchtigung der Reise durch außergewöhnliche Umstände nachgewiesen werden.
Für Individualreisende gilt ADAC zufolge nach deutschem Recht: Wird eine Leistung wie Unterkunft nicht erbracht, etwa weil die Urlaubsregion gesperrt ist, müsse sie auch nicht bezahlt werden. Ist die Unterkunft aber gefahrlos zugänglich, sind Reisende auf die Kulanz des Anbieters angewiesen.
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