KRISE - Zum zweiten Mal in kurzer Zeit stehen die Chefs der US-Autokonzerne vor dem Kongress. Es geht um ihre Zukunft. Um zu überleben, brauchen sie Milliarden an staatlicher Hilfe.

Zittern bei Opel, Saab und Volvo

Peter Kirnich
2 Min

BERLIN. Nie war den Opelanern in Deutschland der US-Kongress so nah wie in diesen Tagen. Wenn die Chefs der drei großen US-Autobauer Ford, Chrysler sowie der Opel-Mutter General Motors (GM) die Abgeordneten nicht von staatliche Finanzhilfen überzeugen können, sieht es vor allem für GM Europe und die vier deutschen Opel-Standorte düster aus. "Wenn die Hilfen nicht kommen, muss GM Konkurs anmelden", sagte der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer der Berliner Zeitung. Mit Verzögerung von einem halben Jahr wäre dann "ein Anschlusskonkurs in Europa kaum zu vermeiden". Dudenhöffer erwartet, dass auch die Bundesregierung "Opel nur dann Finanzhilfe geben wird, wenn auch GM in den USA Geld bekommt".Doch selbst in diesem Fall stehen den europäischen GM-Gesellschaften, zu denen neben Opel der schwedische Hersteller Saab und die britische Vauxhall gehören, schwere Zeiten bevor. Seit Jahren produzieren die Hersteller mit Verlust. Allein bis Ende September dieses Jahres fiel für jedes gebaute Auto ein Verlust von 680 Dollar (rund 540 Euro) an. Seit dem Jahr 2000 hätten sich bei GM Europe Verluste von 7,8 Milliarden Dollar angehäuft. Bei Opel-Deutschland brachen die Verkäufe im November um mehr als 30 Prozent ein. Als Reaktion auf die Absatzkrise sind etwa bei Opel in Bochum bereits entweder der Wegfall der Nachtschicht, 70 Tage Kurzarbeit oder die Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 30 Stunden ohne Lohnausgleich im Gespräch.Die anderen deutschen Autofirmen könnten dagegen eher gelassen nach Amerika schauen: "Wenn die Krise vorüber ist, dürften ihre Chancen sogar steigen, dort Marktanteile zu gewinnen." Auch Ford Deutschland sei "profitabel und sollte selbst ohne Finanzhilfen durchkommen". Zittern müssten dagegen die schwedischen Marken Saab (GM) und die Ford-Tochter Volvo. Beide sollen zum Verkauf stehen. Für Volvo sollte sich ein Käufer finden, glaubt Dudenhöffer. Der Autohersteller sei trotz Absatzkrise "ertragreich". Saab habe jedoch schlechte Karten. Im Saab stecke kaum noch Saab, das Unternehmen schreibe seit Jahren Verluste: "Man könnte einzig mit dem Verkauf der Marke noch Geld verdienen."------------------------------Grafik: General Motors Europa

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