FRIEDRICHSFELDE. Dass der Tierpark künftig für das Schloss Friedrichsfelde zuständig ist und nicht mehr die Stiftung Stadtmuseum, stößt im Bezirk Lichtenberg auf Kritik. Wie Baustadtrat Andreas Geisel (SPD) gestern erklärte, sei keineswegs gewährleistet, dass das Schloss weiterhin kulturell genutzt wird. "Wenn die Stiftung Stadtmuseum das Schloss leer räumt, verschwinden selbst die Kronleuchter im Depot." Damit sei das Haus völlig leer, und eine kulturelle Nutzung sei - anders als stets betont - gar nicht möglich. Auch der Berliner Landesdenkmalrat, der in der vergangenen Woche im Schloss getagt hatte, sei entsetzt über die Folgen des Beschlusses von Senat und Abgeordnetenhaus.Um ein neues Konzept für das Schloss Friedrichsfelde zu entwickeln, hat der Bezirk die Koordinierung der Gespräche zwischen Tierpark, Stadtmuseum, Kulturverwaltung und Denkmalamt übernommen. "Denkbar wäre zum Beispiel, dass die Stiftung ihre Exponate im Schloss lässt", sagte Geisel. Da die seltenen Wandtapeten ohnehin nur ins Depot sollen, könnten sie genau so gut auch im Schloss bleiben. Nachgedacht werde zudem über den Aufbau eines eigenen Kulturmanagements für das Schloss. Der Bezirk Lichtenberg hat für Anfang November zu einem ersten Gespräch eingeladen. "Wir haben ein Rieseninteresse, dass das Schloss offen bleibt."Konzert im NovemberBereits reagiert hat die Fördergemeinschaft von Tierpark und Zoo: In Kooperation mit der Stiftung Stadtmuseum hat sie vier Konzerte im Schloss organisiert. Das erste findet am 29. November im Kammermusiksaal statt. Der Saal wird vorerst nicht geräumt. (cls.)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]