BERLIN, 8. Januar. Der von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) geplante Umzug wesentlicher Abteilungen des Bundeskriminalamtes (BKA) nach Berlin stößt auf erhebliche Kritik. Das BKA sei keine oberste Bundespolizei und dürfe das auch nicht werden, sagte der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU). Die Koordination der Sicherheitsarbeit erfordere eine umfassende Einbeziehung aller 16 Länderpolizeien. Mit der Verlagerung der BKA-Führung nach Berlin drohe eine Politisierung des Amtes. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) forderte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) auf, sich an getroffene Vereinbarungen zu halten. Hessen habe bei der Neuordnung der Bundesbehörden im Zuge der Wiedervereinigung einen solidarischen Beitrag geleistet. Vom BKA sei damals nicht die Rede gewesen. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) kündigte an, er wolle mit Schily über die Pläne reden. Der stellvertretende FDP-Fraktionschef Werner Hoyer nannte die Verlegung des BKA überflüssig und inakzeptabel. Schily habe offensichtlich der Zentralisierungswahn gepackt. Den gleichen Vorwurf erhob der Bund Deutscher Kriminalbeamter. Es gebe keine fachlichen Gründe für eine Verlagerung. Der Grünen-Fraktions-Vize Hans-Christian Ströbele nannte den Umzug Unsinn und nicht finanzierbar. Berliner Politiker begüßten die Umzugs-Entscheidung und eröffneten eine Debatte über den besten BKA-Standort. Die Grünen schlugen vor, das Amt in den Gebäuden am Flughafen Tempelhof einzuquartieren. Der Kreisverband Mitte der CDU sprach sich dafür aus, das BKA in Mitte anzusiedeln. Dies wäre wegen der Nähe zu Parlament und Regierung sinnvoll. Derzeit sitzt die Berliner Dienststelle des BKA mit 500 Mitarbeitern in Treptow. (BLZ)Berlin Seite 18
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