Die Außenminister von Indien, Japan, Australien und den USA haben Abkommen über kritische Mineralien und Energiesicherheit unterzeichnet, wie Reuters berichtet. Zudem einigte sich die als Quad bekannte Gruppe auf den gemeinsamen Bau eines Hafens in Fidschi.
Es handelt sich dem Bericht zufolge um das erste gemeinsame Infrastrukturprojekt der Gruppe. An dem Treffen in Neu-Delhi, dem dritten dieser Art seit 2024, nahmen US-Außenminister Marco Rubio, die australische Außenministerin Penny Wong, der indische Außenminister Subrahmanyam Jaishankar und der japanische Außenminister Toshimitsu Motegi teil.
Koordinierte Investitionen in kritische Rohstoffe
Die Minister kündigten laut der Times of India zudem einen Rahmenplan an, um Investitionen in den Abbau, die Verarbeitung und das Recycling kritischer Mineralien zu koordinieren. Zudem soll eine gemeinsame Initiative zur Energiesicherheit ins Leben gerufen werden. Das US-Energieministerium wird dem Bericht zufolge noch in diesem Jahr ein Forum zur Kraftstoffversorgung ausrichten.
Die Initiative könnte Reuters zufolge vor dem Hintergrund diplomatischer Spannungen mit China insbesondere für Japan von Bedeutung sein. Peking hat demnach Exportbeschränkungen für einige Rohstoffe verhängt, die in der Luft- und Raumfahrt-, Verteidigungs- und Halbleiterindustrie verwendet werden.
Kooperation bei maritimer Überwachung im Indopazifik
Die Quad einigte sich laut Times of India außerdem auf eine Initiative zur maritimen Überwachung im Indopazifik. „Sechzig Prozent des globalen Seehandels verlaufen durch den Indopazifik“, sagte Rubio. Dies sei „von entscheidender nationaler Bedeutung“ für zahlreiche Länder weltweit. Wong erklärte: „Wir kennen die Folgen der iranischen Blockade der Straße von Hormus für unsere Region.“ Sie sprach von Folgen für die Energiesicherheit, Wirtschaft und Bevölkerung.
Die Kooperation zwischen den Quad-Staaten geht auf eine koordinierte Reaktion auf das Erdbeben und den Tsunami im Indischen Ozean 2004 zurück, wie das US-Außenministerium auf seiner Webseite mitteilt. Seitdem arbeiten die Länder im Rahmen einer „gemeinsamen Vision eines freien und offenen Indopazifiks“ zusammen, hieß es.
Die Gruppe hatte laut Reuters aufgrund von Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem indischen Premierminister Narendra Modi zuletzt an Dynamik verloren. Rubio betonte nun jedoch, sie sei „ein Eckpfeiler unserer globalen Strategie als Nation der Vereinigten Staaten“. Chinesische Vertreter haben das Format in der Vergangenheit als Versuch kritisiert, Chinas Entwicklung einzudämmen, wie etwa die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.
Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Mao Ning, sagte am Dienstag laut Reuters, China unterstütze nicht „die Bildung exklusiver Cliquen oder die Konfrontation zwischen Blöcken“.
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