Amerika

Kuba veröffentlicht Handbuch „zum Schutz vor einem militärischen Angriff“

Kuba veröffentlicht ein Handbuch mit Richtlinien für den Fall militärischer Aggression. Die Spannungen mit den USA halten weiter an.

2 Min
17.03.2026, Kuba, Havanna: Menschen sitzen während eines Stromausfalls in Havanna auf dem Bürgersteig.

17.03.2026, Kuba, Havanna: Menschen sitzen während eines Stromausfalls in Havanna auf dem Bürgersteig.

© Ramon Espinosa/AP/dpa

Der kubanische Zivilschutz hat inmitten von Spannungen mit den USA ein Handbuch mit dem Titel „Leitfaden für Familien zum Schutz vor einem militärischen Angriff“ veröffentlicht. Es ist unter anderem auf dem Bürgerportal von Havanna zu finden.

„Wenn der Feind angreift, wird unsere Revolution sich verteidigen, bis sie den Sieg erreicht und ihn vom Boden des Vaterlandes vertreibt“, heißt es in der Einleitung des Dokuments. Ein großer Teil der Bevölkerung, etwa Kinder oder ältere Menschen, würden jedoch nicht an möglichen Kampfhandlungen teilnehmen und müssten geschützt werden.

Reaktionen im Netz

Das neunseitige Dokument empfiehlt unter anderem „das Vorbereiten eines Familienrucksacks“ mit Trinkwasser, Lebensmitteln, Medikamenten, einem Radio und einer Taschenlampe. Zudem solle man die Signale des Luftalarms kennen und keine verdächtigen Gegenstände berühren, bei denen es sich um Sprengsätze handeln könnte.

Unter dem Facebook-Beitrag der kubanischen Nachrichtenseite Venceremos äußerten mehrere Nutzer Kritik. „Woher nehmen wir die Sachen?“, schrieb eine Nutzerin. „Lebensmittel, die nicht verderben! Ist das ein Witz?“, hieß es von einem anderen Profil. Ein anderer Nutzer nannte die Veröffentlichung jedoch „sinnvoll“.

Spannungen zwischen USA und Kuba

Zuletzt hatten die Spannungen zwischen Kuba und den USA zugenommen. Stromausfälle in Kuba haben sich laut Reuters seit Januar verschärft, als die USA mit Strafzöllen gegen Staaten drohten, die Kuba mit Öl beliefern. Seitdem hätten dem Bericht zufolge weder Mexiko noch Venezuela, einst die wichtigsten Öllieferanten Kubas, Treibstoff geliefert. Am Mittwoch kam es dem Bericht zufolge zu Protesten in mehreren Stadtteilen Havannas gegen anhaltende Stromausfälle.

Der Direktor des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, John Ratcliffe, reiste am Donnerstag mit einer US-Delegation für Gespräche in die kubanische Hauptstadt. Ein CIA-Vertreter erklärte gegenüber dem Sender NBC, die USA seien bereit, „sich ernsthaft mit Wirtschafts- und Sicherheitsfragen auseinanderzusetzen, aber nur, wenn Kuba grundlegende Veränderungen vornimmt“. (mit dpa)

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