Der Berliner Grafiker und Bildhauer Johann Gottfried Schadow sagte einst über zwei der wichtigsten Baumarten in Italien: „Beede sehn aus wie Rejenschirme. Die eenen wie uffjeklappte und die andern wie zujeklappte.“ Mit den ersten meinte er die Pinien, auch Schirm-Kiefern genannt, deren immergrüne Kronen bis zu 20 Meter weit ausladen können. Mit den zweiten meinte er die schlanken hochaufragenden Zypressen.
Beide Baumformen bestimmen große Teile der Landschaft Italiens. Man findet sie auf unzähligen klassischen Darstellungen. Sie sind nicht nur Natur-, sondern auch Kulturgut. Vor allem den Pinien wurden Bilder und Filme (Fellinis „Roma“) gewidmet, ja sogar eine sinfonische Dichtung: „Pini di Roma“ des Komponisten Ottorino Respighi. Große Pinien säumen antike Stätten wie das Forum Romanum oder Ostia Antica. Doch nun ist das Kulturgut akut gefährdet.
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Denn drei der riesigen Pinien – auf Italienisch „pini“ – sind mitten im Stadtzentrum Roms umgestürzt, auf der berühmten Via dei Fori Imperiali, die vom Kolosseum zur Piazza Venezia führt, quer durch die Kaiserforen. Drei Personen wurden verletzt, zum Glück nur leicht.
Was passiert, wenn so ein Baum in eine ganze Touristengruppe fällt?
Doch die ewige Stadt hat nun ein Problem. Kann sie es zulassen, dass die vielen Rom-Touristen weiter unter den Dutzenden Pinienbäumen wandeln? Was passiert, wenn so ein Baum in eine ganze Touristengruppe fällt? Müssen alle Bäume gefällt werden?
Eine Ursache des Problems ist das hohe Alter der Bäume, die noch 1931 unter Mussolini gepflanzt wurden. Viele von ihnen sind über 120 Jahre alt. Zwar können sie theoretisch über 200 Jahre alt werden, aber in der Stadt sind sie heftigem Stress ausgesetzt: durch Bauarbeiten, die ihre Wurzeln schädigen, Verwahrlosung, falsche Baumpflege, versiegelte Böden, Parasiten- und Pilzbefall. Die Stabilität der Bäume ist zudem gefährdet durch den ständigen Wechsel zwischen Perioden intensiver Dürre und Starkregen, wie es ihn etwa in den vergangenen Wochen gab. Starker Wind reicht aus, um Pinien zu entwurzeln.
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Rom hat etwa 51.000 Pinien, so wird geschätzt. Nicht nur die Römer können sich eine Stadt ohne diese Bäume nicht vorstellen. Eine Taskforce mit beratenden Experten versucht jetzt, so viele Pinien wie möglich zu retten. Aber um Fällungen eines großen Teils der Bäume kommt man wohl nicht drumherum. Bei den anderen sollen Wurzeln und Umgebung stabilisiert werden. Auch denkt man über die Pflanzung neuer Pinien nach. (mit dpa)
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