Der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow berichtet Präsident Wladimir Putin, dass sich ukrainische Streitkräfte vollständig aus der westrussischen Region Kursk zurückgezogen hätten. Das teilte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Medien mit.
In einem ersten Kommentar sagte Putin, dass „Abenteuer“ der politischen Führung der Ukraine unter Präsident Wolodymyr Selenskyj sei gescheitert. „Die enormen Verluste des Feindes, darunter die am kampfbereitesten, am besten ausgebildeten und ausgerüsteten Kräfte der ukrainischen Streitkräfte, darunter auch jene mit westlicher Ausrüstung, werden sich zweifellos entlang der gesamten Kampflinie niederschlagen“, heißt es vonseiten Putins in russischen Medien.
Ukraine-Krieg: Selenskyj hoffte, Kursk eintauschen zu können
Anfang August vergangenen Jahres überraschte die ukrainische Armee Russland mit einem groß angelegten Angriff auf die Kursk-Region. So gelang es der ukrainischen Armee, Verteidigungslinien der Russen zu durchbrechen und mehrere Ortschaften, etwa die Kleinstadt Sudscha, zu erobern. Die ukrainischen Streitkräfte konnten über Monate hinweg ein rund 1000 Quadratkilometer großes Gebiet besetzen.
Nur PR-Booster? Ukrainische „Invasion“ im Gebiet Kursk fast zurückgeschlagen
Russischer Durchbruch bei Kursk: „Die dortige Schlacht ist für die Ukraine verloren“
Im Herbst vergangenen Jahres kam es zu Gegenangriffen der russischen Streitkräfte in dem grenznahen Gebiet. Ukrainischen Angaben zufolge sollen auch Soldaten aus Nordkorea dem Kreml dabei geholfen haben, etwa die Hälfte des zuvor eroberten Territoriums zurückzugewinnen.
Mehrfach versprach Kremlchef Putin der lokalen Bevölkerung, die Kontrolle über das gesamte Kursk-Gebiet wiederzuerlangen – bis vor Kurzem ohne Erfolg. Erstmals seit 1945 befanden sich über mehrere Monate hinweg ausländische Streitkräfte auf russischem Boden. Für den ukrainischen Präsidenten Selenskyj spielte Kursk wiederum eine wichtige Rolle bei möglichen Friedensverhandlungen, da Kiew hoffte, ukrainisch besetztes Gebiet in Kursk mit russisch besetzten Territorien im Donbass „tauschen“ zu können.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]