Vulkanausbruch

Lava schießt 300 Meter hoch: Guatemala evakuiert Dörfer am Feuervulkan

Der Vulkan Fuego stößt Asche, glühendes Gestein und extrem heiße Gasströme aus. Rund 350 Menschen wurden in Sicherheit gebracht, Straßen gesperrt und der Schulunterricht ausgesetzt.

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Aus dem Krater des Vulkans Fuego fließt Lava, aufgenommen von San Juan Alotenango in Guatemala aus.

Aus dem Krater des Vulkans Fuego fließt Lava, aufgenommen von San Juan Alotenango in Guatemala aus.

© Moises Castillo/AP

Der Vulkan Fuego in Guatemala ist erneut ausgebrochen. Über dem Krater entstand nach Angaben des staatlichen Vulkaninstituts Insivumeh eine 200 bis 300 Meter hohe Lavafontäne. Asche, Gas und glühendes Gestein wurden in die Luft geschleudert, während sich extrem heiße Ströme über mehrere Schluchten die Hänge hinabbewegten.

Wegen der zunehmenden Aktivität ließen die Behörden mehrere Ortschaften an den Ausläufern des Vulkans räumen. Nach dem jüngsten Stand brachten Einsatzkräfte in der Nacht zum Dienstag rund 350 Menschen aus etwa 85 Familien in Sicherheit. Die Betroffenen wurden in einer Notunterkunft im Gemeindesaal von San Juan Alotenango untergebracht, teilte die guatemaltekische Freiwillige Feuerwehr auf X mit.

An dem Einsatz beteiligten sich demnach 23 Feuerwehrleute mit elf Rettungsfahrzeugen. Zunächst hatten die Behörden die Evakuierung von El Porvenir und der Siedlung Las Lajitas angeordnet. Zu diesem Zeitpunkt war noch von etwa 250 Menschen aus 50 Familien die Rede gewesen.

Vulkan Fuego erreicht intensivste Phase des Ausbruchs

Das guatemaltekische Katastrophenschutzamt Conred erklärte am Dienstag, der Fuego befinde sich in der bislang intensivsten Phase der aktuellen Eruption. In der Nacht seien weitere pyroklastische Ströme durch die Schluchten Las Lajas und Honda geflossen. Bereits zuvor waren solche Ströme in den Schluchten Seca, Taniluyá und Ceniza registriert worden.

Dabei handelt es sich um Gemische aus sehr heißen Gasen, Asche und Gestein, die mit hoher Geschwindigkeit die Vulkanhänge hinabrasen. Die Behörde warnte, dass die Ströme noch größere Entfernungen zurücklegen könnten, sollte sich der Ausbruch weiter verstärken.

Insivumeh hatte bereits am Montag eine bis zu 5000 Meter über dem Meeresspiegel reichende Aschesäule gemeldet. Die Asche wurde demnach rund 40 Kilometer weit nach Westen getragen. Nach der weiteren Verstärkung der Eruption könnten nun auch Gebiete bis zu 100 Kilometer westlich und nordwestlich des Vulkans betroffen sein.

Alarmstufe Orange und Sperrungen am Vulkan Fuego

Conred rief die institutionelle Alarmstufe Orange aus und verstärkte die Überwachung des Vulkans. Die Zugänge zum Fuego und zum benachbarten Vulkan Acatenango wurden gesperrt. Anwohner und Besucher wurden aufgefordert, sich weder den Hängen noch den Schluchten zu nähern.

Auch die Nationalstraße 14, die nahe am Vulkan vorbeiführt, wurde vorsorglich geschlossen. In umliegenden Gemeinden setzte das Bildungsministerium den Schulunterricht aus. Die Behörden warnten zudem vor Ascheregen in zahlreichen Ortschaften.

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Der mehr als 3700 Meter hohe Fuego liegt etwa 16 Kilometer westlich der bei Touristen beliebten Stadt Antigua. Er zählt zu den aktivsten Vulkanen Mittelamerikas. Bei einem besonders schweren Ausbruch im Juni 2018 wurden ganze Ortschaften von pyroklastischen Strömen verschüttet. Hunderte Menschen kamen ums Leben, bis zu 1,7 Millionen waren von den Folgen betroffen.

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