Nachdem die Astronauten auf der Internationalen Raumstation (ISS) sich wegen sich verschlimmernder Luftlecks auf eine Evakuierung vorbereiten sollten, hat US-Raumfahrtbehörde Nasa am Freitag Entwarnung gegeben. Die Besatzung war zuvor angewiesen worden, in ihrem angedockten Raumschiff Schutz zu suchen. Russische Kosmonauten an Bord kümmerten sich derweil um die Behebung der Lecks
Die vier Mitglieder der Nasa-Mission „Crew-12“ – zwei US-Amerikaner, ein Franzose und ein russischer Kosmonaut – erhielten nach Angaben eines Nasa-Vertreters gegenüber Reuters von der Bodenkontrolle die Anweisung, in das angedockte „Crew Dragon“-Raumschiff von SpaceX zu wechseln und ihre Raumanzüge anzulegen. Auch der Nasa-Astronaut Chris Williams wurde in eine „erhöhte Sicherheitsposition“ versetzt.
Risse im russischen Modul seit Längerem bekannt
Die Lecks befinden sich nach Angaben der Nasa-Sprecherin Bethany Stevens im Verbindungstunnel des russischen Servicemoduls „Swesda“, auch PrK genannt. Dieser Bereich leide „seit einiger Zeit unter Rissen und Lecks“, erklärte Stevens auf der Plattform X. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos habe das Problem bislang durch betriebliche Maßnahmen und teilweise Reparaturen eingedämmt.
Roskosmos erklärte am Freitag, dass seine Experten zwei Lecks an Bord der ISS entdeckt hätten. Das erste Leck sei rasch abgedichtet worden, und die Vorbereitungen zur Abdichtung des zweiten Lecks liefen bereits. Für die Besatzung bestehe keine unmittelbare Gefahr – auch nicht für die Systeme der Raumstation, teilte Roskosmos mit.
Die Risse seien stets ein Anlass zur Sorge gewesen, den die Nasa aufmerksam verfolgt habe, erklärte die Sprecherin. Nasa und Roskosmos arbeiteten gemeinsam an der Ursachenforschung. Nach dem Auftreten neuer Lecks habe sich Roskosmos nun für eine umfangreichere Reparatur am Freitag entschieden. Die Schutzmaßnahme für die Besatzung sei „aus übergroßer Vorsicht“ angeordnet worden.
Suche nach dauerhafter Lösung
Man arbeite weiter mit den russischen Partnern und der internationalen Gemeinschaft, die die Raumstation unterstützt, an einer dauerhaften Lösung, erklärte Stevens.
Die ISS wird seit November 2000 ununterbrochen von Menschen bewohnt und umkreist die Erde in rund 400 Kilometern Höhe. Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt von Raumfahrtagenturen aus 15 Ländern. Derzeit leben und arbeiten sieben Menschen an Bord.
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