Die ACC Galerie Weimar zeigt am Samstag, 24. Oktober, das Lesekonzert „Müde wird wer nie durch Wunder geht“. Karl Lubomirski liest ab 19.30 Uhr am Burgplatz 1+2 aus seinen Lyrikbänden, im Dialog mit dem Ensemble für Intuitive Musik Weimar (EFIM). Der Abend ist bis 21.30 Uhr angesetzt. Der Eintritt kostet acht Euro, ermäßigt fünf Euro.
Das Lesekonzert gehört zum Begleitprogramm der Ausstellung „Hans Tutschku – Offene Räume aus Licht und Klang“. Lubomirski ist nach Angaben des Veranstalters inzwischen 87 Jahre alt. Weitere Informationen gibt es auf der Website der Galerie unter acc-weimar.de.
Die Verbindung zwischen Lubomirski und dem Ensemble reicht nach Angaben der ACC Galerie bis 1994 zurück. Damals gestaltete das EFIM eine Lesung des Dichters in Weimar musikalisch. Hans Tutschku, seit 1982 Mitglied des Ensembles, entdeckte dabei dessen Poesie, die für ihn wie eine Weiterführung und Vertiefung Georg Trakls gewirkt habe. Mit Trakl beschäftigt sich Tutschku laut Galerie seit den 1980er-Jahren.
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MehrHans Tutschku vertonte mehrere Gedichte von Lubomirski
Noch stärker als die Gedichte habe Tutschku der Vortrag Lubomirskis beeindruckt, so der Veranstalter. Seither habe er mehrere Gedichte des Lyrikers vertont. Der Kontakt sei über die Distanz lebendig geblieben, unter anderem durch eine Begegnung 2014 in Tokio sowie Werke und Publikationen, die sich beide zuschickten.
Tutschku war 16 Jahre alt, als ihn die Faszination für einen EMS-Synthesizer 1982 zum EFIM führte. Das Ensemble setzte sich in der DDR nach Angaben der Galerie für tabuisierte Avantgardemusik ein, besonders für Karlheinz Stockhausen. Nach dem Mauerfall führten Gastspiele die Gruppe in 30 Länder.
Hans Tutschku stellt erstmals umfassend in Weimar aus
Die Ausstellung „Hans Tutschku – Offene Räume aus Licht und Klang“ wird am Samstag, 17. Oktober, um 19 Uhr bei freiem Eintritt eröffnet und ist bis zum 23. Dezember zu sehen. Der 1966 in Weimar geborene Komponist, Musiker und bildende Künstler erhält damit laut Galerie erstmals in seiner Heimatstadt eine umfassende Präsentation seines Schaffens. Seit 2004 lehrt Tutschku an der Harvard University, seit 2026 als Research Professor.
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Gezeigt werden unter anderem Kinderzeichnungen, Fotografien aus der DDR-Zeit, frühe Experimente und aktuelle Installationen. Dazu zählt „Klangholz für tastende Hände“, eine Holzskulptur, die zugleich Instrument ist und von Besuchern ertastet und bespielt werden kann. „Doppelspiegel“ verwandelt das Bild der Besucher in eine abstrakte Animation, „Waldstück mit Klavier“ bildet ein mechanisches Klangbiotop. Mit der ACC Galerie verbindet Tutschku eine lange Geschichte: 1989 komponierte er für eine Ausstellung über Trabant-Motoren sein „Requiem für ein Auto“.
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