Wenn der Gesundheitsfonds im nächsten Jahr startet, werden für neun von zehn gesetzlich Krankenversicherten und ihre Arbeitgeber die Beiträge steigen. Und es ist schon wie beim Feilschen auf dem Basar: Mindestens 15,8 Prozent rufen die Krankenkassen, höchstens 15,5 schreit die Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). Dieses chaotische Verfahren gibt einen ersten Vorgeschmack auf das neue Desaster Gesundheitsreform.DDR lässt grüßenDiese löst derzeit bei allen Betroffenen berechtigten Unmut aus und ist ein schlechtes Signal für ein Modell, das einen besseren Start und mehr Überzeugungskraft benötigen würde. So aber wird der Fonds nur skeptisch beäugt, bevor die Menschen erleben, welche Änderungen im Gesundheitswesen er durchaus auslösen könnte. Denn mit dem Gesundheitsfonds führt die schwarz-rote Koalition die Staatsmedizin ein. Statt mehr Wettbewerb zwischen den Kassen zu schaffen, verordnet sie einen Einheitsbeitrag, der sich für die Beitragszahler enorm verteuern wird. Die DDR lässt grüßen. Versicherte, Kassen, Ärzte und Kliniken hatten ein paar Monate Zeit, sich damit abzufinden. Aber viel Gutes, vor allem für die Patienten, wird er wohl nicht bringen.Der Gesundheitsfonds ist so überflüssig wie ein Kropf und er zeigt uns, dass die Koalition den Sinn und den Zweck von Reformen noch nicht erkannt hat. Denn anstatt die offenkundigen strukturellen Fehler im alten System wie Intransparenz, Korruption und fehlenden Wettbewerb auf der Anbieterseite zu lösen, wird etwas Neues geschaffen, das niemand braucht. Mit diesem Modell stellt sich die Politik ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl ein sehr schlechtes Zeugnis aus.Hanskarl Hindenberg, Berlin
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