Neujahrsparty

„Lösung, die deutlich weniger kostet“: Senat kündigt Silvesterparty am Brandenburger Tor an

Aus Kostengründen hatte der Senat die ZDF-Silvestershow am Brandenburger Tor abgesagt. Stattdessen soll eine Party mit Berliner DJs stattfinden.

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Senatssprecherin Christine Richter, der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU), Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) und Moritz van Dülmen, Geschäftsführer der Kulturprojekte Berlin GmbH (von links nach rechts)

Senatssprecherin Christine Richter, der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU), Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) und Moritz van Dülmen, Geschäftsführer der Kulturprojekte Berlin GmbH (von links nach rechts)

© Sebastian Gollnow/dpa

Am Brandenburger Tor findet in diesem Jahr statt der üblichen Bühnenshow eine Party mit Berliner DJs und Feuerwerk statt. „Für uns war völlig klar: Wir wollen, dass am Brandenburger Tor etwas stattfindet“, sagte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bei der Ankündigung der Feier. Es sei wichtig, dass es neben den Bildern vom Jahreswechsel aus Sydney und New York auch solche aus der deutschen Hauptstadt gebe.

Die Feier am 31. Dezember soll um 22 Uhr beginnen. Ab Mitternacht ist ein siebeneinhalbminütiges Feuerwerk geplant, das live im Ersten übertragen werden soll. Kostenlose Tickets für rund 20.000 Gäste sollen ab Dezember erhältlich sein.

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) sagte, das Silvesterevent sei für den Wirtschaftsstandort Berlin von großer Bedeutung. Es sei ein riesiger Werbeeffekt für die Stadt. „Und wir bekommen zusätzliche Gäste.“ Für Dezember sei mit rund einer Million Besuchern zu rechnen, vor allem in der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel. Das mache rund 2,4 Millionen Übernachtungen aus.

ZDF-Liveshow in Berlin aus Kostengründen abgesagt

Für die Berliner Regierung ist die Silvesterparty ein zusätzlicher Kostenpunkt. Jeweils 100.000 Euro zahlen die Senatskanzlei und die Senatsverwaltung für Wirtschaft. Weitere 50.000 Euro stellen die Innen- und die Kulturverwaltung bereit. Die Lottostiftung beteiligt sich nach Angaben Giffeys mit weiteren 290.000 Euro. Damit belaufen sich die Ausgaben auf 590.000 Euro.

Der Berliner Senat hatte der ZDF-Liveshow für dieses Jahr aus Kostengründen eine Absage erteilt. Bürgermeister Wegner hatte im Sommer bekannt gegeben, dass Berlin keine Zuschüsse mehr leisten werde. „Es ist meiner Meinung nach nicht Aufgabe der Steuerzahler, solche Veranstaltungen mitzufinanzieren. Erst recht nicht in Zeiten einer angespannten Haushaltslage“, sagte er damals. Der private Veranstalter zog sich daraufhin zurück, die Party wurde abgesagt beziehungsweise nach Hamburg verlegt.

Grüne kritisieren Pläne für Feuerwerk

Wegner verteidigte die Entscheidung ausdrücklich und wies erneut auf Probleme bei der Finanzierung hin: „Der private Veranstalter wollte deutlich mehr haben“, sagte er. „Ich bin froh, dass wir zu einer Lösung gekommen sind, die deutlich weniger kostet.“ Ein erheblicher Teil der nun für die Silvesterparty vorgesehenen Ausgaben sei für die Finanzierung von Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen. Dazu habe es umfangreiche Gespräche mit der Berliner Polizei gegeben. „Hier sind wir uns auch mit der Polizei einig geworden, sodass ich davon ausgehe, dass es ein schöner Jahreswechsel am Brandenburger Tor wird.“

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Die Organisation der Veranstaltung soll die landeseigene Kulturprojekte Berlin GmbH übernehmen. Deren Geschäftsführer Moritz van Dülmen sagte, für alles, was für eine gute Party nötig sei, sei gesorgt: eine gute Location, gute Musik, gute Drinks und coole Leute. Und das Feuerwerk werde auf jeden Fall groß. „Wir wollen vor allem tanzen“, sagte von Dülmen. Das Brandenburger Tor werde von 22 bis 1 Uhr Berlins größter Dancefloor, auf dem zahlreiche Berliner DJs Partyhits auflegen sollen. „Yeah 26“ lautet das Motto.

Kritik an den Plänen für die Silvesterparty gab es seitens der Fraktion der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus. „Leider ist im schwarz-roten Senat niemand auf die Idee gekommen, dass man statt klassischem Feuerwerk auf Licht- und Lasershows umschwenkt“, sagte deren innenpolitischer Sprecher Vasili Franco. „Ein sicheres und friedliches Silvester wird es erst geben, wenn der stadtweite Böllerwahnsinn beendet wird.“ Eine Silvesterparty am Brandenburger Tor werde die notwendige Einschränkung der privaten Böllerei nicht ersetzen können. „Zum Umdenken fehlt dem Wegner-Senat der Mut und die Kraft“, sagte der Grünen-Politiker.

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