Wirtschaft

Lohnaufschwung: Gehälter in Deutschland wieder auf Vor-Corona-Niveau

Die Löhne der Beschäftigten stiegen 2025 deutlich. Besonders die unteren Lohngruppen und Auszubildende profitierten am stärksten. Aber eine Gruppe musste Verluste hinnehmen.

Kai Kleinwächter
Kai Kleinwächter
2 Min
Die Löhne sind in Deutschland deutlich angestiegen.

Die Löhne sind in Deutschland deutlich angestiegen.

© I
IMAGO / Steinach

Die Löhne in Deutschland haben im vergangenen Jahr erneut die Inflation überholt. Wie das Statistische Bundesam in Wiesbaden mitteilte, stiegen die Reallöhne 2025 um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit erreichte die Kaufkraft der Beschäftigten nahezu wieder das Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019 – nach teils drastischen Einbußen zwischen 2020 und 2023.

Nominal kletterten die Bruttolöhne um 4,2 Prozent, während die Verbraucherpreise um 2,2 Prozent zulegten. Besonders stark profitierten die unteren Einkommensgruppen: Das Fünftel der Beschäftigten mit den niedrigsten Verdiensten verzeichnete ein Reallohnplus von 3,8 Prozent. Auch Auszubildende erzielten mit 4,1 Prozent überdurchschnittliche reale Zuwächse. Die Steigerung der Gehälter konzentrierte sich dabei besonders auf Vollzeitbeschäftigte.

Es gibt dabei aber auch eine Gruppe, die reale Einbußen hinnehmen musste. Bei geringfügig Beschäftigten sanken die Reallöhne um fast 1,5 Prozent.

Unterschiedliche Lohnentwicklung in den Branchen

Die Löhne steigen über alle Wirtschaftsbereiche hinweg. Allerdings gab es deutliche Unterschiede zwischen den Sektoren.  Branchenübergreifend lagen Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit 3,5 Prozent vorn, während das verarbeitende Gewerbe mit 1,1 Prozent deutlich hinterherhinkte.

Der Entgeltexperte Malte Lübker von der Hans-Böckler-Stiftung nannte die Entwicklung zwar „erfreulich“, verwies aber darauf, dass die Verluste durch die hohe Inflation noch nicht vollständig ausgeglichen seien. Dominik Groll vom Kieler Institut für Weltwirtschaft erwartet, dass der Lohnanstieg 2026 schwächer ausfallen dürfte, da einem nennenswerten Produktivitätszuwachs das Aufholpotenzial fehle. Trotzdem sei auch 2026 unter dem Strich mit einem realen Wachstum der Lohneinkommen zu rechnen. (mit dpa, epd, AFP)

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