Der Reiseführer Lonely Planet hat die Bauhaus-Stadt Dessau zu einem der 25 besten Reiseziele des Jahres 2027 gekürt. Im neuen Band „Best in Travel 2027“ steht die Stadt in Sachsen-Anhalt auf einer Liste mit Marokkos Hauptstadt Rabat, dem südschwedischen Ort Skanör-Falsterbo und der chinesischen Millionenmetropole Chengdu.
Dessau ist dabei der einzige deutsche Eintrag unter den 25 Zielen. Grund für die Empfehlung ist das Bauhaus, das vor rund hundert Jahren in der Stadt seine prägendste Form fand.
„Bedeutendste aller Designideen“: Wie Lonely Planet Dessau beschreibt
In „Best in Travel 2027“ heißt es, vor hundert Jahren habe das Bauhaus „Einzug in die charmante Kleinstadt Dessau“ gehalten – „oder Dessau-Roßlau, wie sie heute heißt“. Die Bedeutung dieses Moments lasse sich „gar nicht hoch genug einschätzen“.
Das Bauhaus sei „die bedeutendste aller Designideen, die auch ein Jahrhundert später noch den Kern unseres Alltags ausmacht“, schreiben die Autoren.
Welche Bauhaus-Orte „Best in Travel 2027“ empfiehlt
Der Reiseführer nennt konkrete Ziele. An erster Stelle steht das Ende 1926 eingeweihte Bauhausgebäude, das der Band als „kastenförmig“ und „eher genial als schön“ beschreibt.
Blick auf das Bauhausgebäude in der Gropiusallee. Das Gebäude wird im Reiseführer empfohlen.
© Jan Woitas/dpa
Empfohlen werden außerdem die Arbeitersiedlung Dessau-Törten und die Meisterhäuser. Bei Letzteren handelt es sich um die Villen führender Bauhaus-Köpfe – etwa von Walter Gropius oder den Malern Paul Klee und Wassily Kandinsky. Laut Lonely Planet ist das Bauhaus bis heute „tief in die Straßen und Architektur dieser reizvollen deutschen Stadt eingewoben“.
„Weniger ist mehr“: Warum das Bauhaus als Reiseziel zählt
Das Staatliche Bauhaus wurde 1919 in Weimar von Walter Gropius gegründet. Die Kunstschule veränderte auch Design und Architektur grundlegend.
Zu seinem heute bekannten Prinzip habe sich das Bauhaus laut Ham aber erst in den 1920er Jahren in Dessau entwickelt. „Die Idee dahinter ist einfach: Weniger ist mehr“, schreibt er. Dank dieses Prinzips habe sich Design „vom ästhetischen Luxusgut zu etwas“ gewandelt, „das in der Lage war, das Leben der Menschen zu verbessern“.
Das Geniale am Bauhaus sei, mehr wirkliches Leben als Design zu sein. Ein Besuch in Dessau fühle sich deshalb an, „als würde man zur Quelle dessen gelangen, wie wir mit unserer Alltagsarchitektur umgehen“.
50 Empfehlungen: Was sonst noch in „Best in Travel 2027“ steht
Der Band umfasst insgesamt 50 Empfehlungen: 25 Reiseziele und 25 Erlebnisse. Zu den Erlebnissen zählen der Besuch der Museen in Abu Dhabi und eine „Reise durch die Geschichte auf der Route Napoléon“ in Frankreich – von der Côte d’Azur bei Cannes bis Grenoble.
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Eine Rangfolge gibt es nicht mehr. Statt Top-Städte, -Regionen und -Länder zu küren, stellt Lonely Planet Ziele und Erlebnisse ohne Reihung vor. Dem Verlag zufolge soll es darum gehen, langsamer zu reisen und Orte intensiver zu erleben – auch abseits bekannter Sehenswürdigkeiten.
Deutschland tauchte in der Reihe schon häufiger auf. Bayern war 2025 als Top-Region gelistet, Bonn für 2020 als Top-Stadt – wegen Beethovens 250. Geburtstag. 2019 erreichte Deutschland Platz zwei bei den Ländern, damals wegen des Bauhaus-Gründungsjubiläums. Die 1973 gestartete Marke Lonely Planet hat nach eigenen Angaben mehr als 150 Millionen Reiseführer gedruckt.
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