Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko zeigte sich von einem Aspekt der Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump am Montag enttäuscht, und zwar von den Äußerungen des Republikaners über seinen Vorgänger Joe Biden.
In einem Gespräch mit Arbeitern des Minsker Automobilwerks (MAZ) gab Lukaschenko am Dienstag zu, dass er während seiner Amtszeit im Weißen Haus „nicht begeistert von Joe Biden“ war, wie die staatseigene belarussische Nachrichtenagentur Belta berichtet. Er sei jedoch der Meinung, dass Trump sich bei seiner Antrittsrede nicht so sehr auf ihn hätte konzentrieren sollen.
„Um ehrlich zu sein, war ich von Joe Biden, dem ehemaligen Präsidenten, nicht gerade begeistert. Aber irgendwie sah er anständiger aus als Trump selbst“, sagte Lukaschenko. „Er [Joe Biden] saß da, mit hängenden Schultern. Was auch immer passiert ist, liegt in der Vergangenheit. Sie [Donald Trump] hatten bereits alles gesagt. Warum haben Sie eine halbe Rede damit verbracht, diesen armen alten Mann zu verhöhnen? Haben Sie den armen Biden gesehen, wie er mit gesenkten Händen neben Kamala Harris saß? Die arme Frau wurde in das Rennen gegen Trump geworfen. Sie kämpfte und blieb stark. Ehre, wem Ehre gebührt. Sie sollten nicht so zerstört werden“, so Lukaschenko weiter.
Lukaschenko behauptete außerdem, dass er aufgehört habe, die Amtseinführung zu verfolgen, als Trump anfing, Biden und Harris zu „verleumden“, und betonte, dass ein Präsident seine Vorgänger nicht beleidigen und beschimpfen sollte. Stattdessen sollte er sich darauf konzentrieren, die Fehler der vergangenen Regierung zu beheben.
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In seiner Antrittsrede am Montag versprach Trump, unter seiner Führung werde das Land wieder blühen und respektiert werden. „Jede Nation wird uns beneiden, und wir werden uns nicht länger ausnutzen lassen.“ Er werde Amerika wieder an die erste Stelle setzen. Der Tag seiner Vereidigung sei ein „Tag der Befreiung“.
Der Republikaner machte der Vorgängerregierung des Demokraten Joe Biden schwere Vorhaltungen. Über Jahre habe ein „radikales und korruptes Establishment“ den amerikanischen Bürgern Macht und Reichtum genommen, die Pfeiler der Gesellschaft seien zerbrochen. Die Vorgängerregierung habe nicht mal eine einfache Krise im eigenen Land bewältigen können, behauptete Trump im Beisein von Biden, der ihn persönlich zu der Zeremonie begleitet hatte. Die Vorgängerregierung habe es versäumt, die US-Bürger zu schützen und habe stattdessen gefährlichen Kriminellen aus anderen Ländern Zuflucht gewährt. Damit sei nun Schluss.
Vor seiner Amtseinführung war Trump mit seiner Frau Melania von seinem demokratischen Amtsvorgänger und dessen Ehefrau Jill im Weißen Haus zum Tee empfangen worden. Das ist Tradition. Danach fuhr Biden gemeinsam mit Trump in einer Limousine zum Kapitol. Trump selbst war von derlei protokollarischen Bräuchen abgerückt und kam 2021 – damals als scheidender Präsident – nicht zu Bidens Amtseinführung.
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