Fraktionsvorsitz

Berliner SPD: Krach und Caglar sollen Saleh an der Fraktionsspitze beerben

Nach dem Rückzug von Raed Saleh bekommt die Berliner SPD-Fraktion eine neue Doppelspitze. Landeschef Steffen Krach und Derya Caglar sollen kommende Woche gewählt werden.

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Caglar und Krach

Caglar und Krach

© Fabian Sommer/dpa

Die SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus soll künftig von einer Doppelspitze aus Steffen Krach und Derya Caglar geführt werden. Die Fraktion nominierte den SPD-Landesvorsitzenden und die bisherige stellvertretende Fraktionschefin bei ihrer Sitzung im Landesparlament, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Fraktionskreisen erfuhr. Gewählt werden sollen beide bei der nächsten Fraktionssitzung am Mittwoch.

Zuvor hatten die Abgeordneten beschlossen, die Fraktion künftig von einer Frau und einem Mann führen zu lassen. Ziel sei es gewesen, sich möglichst rasch auf eine Doppelspitze zu verständigen und eine Kampfkandidatur zu vermeiden, hieß es aus dem Kreis der Abgeordneten.

Krach war bei der Abgeordnetenhauswahl Spitzenkandidat der Berliner SPD und gehört dem neuen Landesparlament als Abgeordneter an. Der bisherige Fraktionschef Raed Saleh hatte am Dienstagnachmittag nach dem schwachen Abschneiden der Partei bei der Berlin-Wahl bekanntgegeben, nicht erneut zu kandidieren.

Richtungsentscheidung steht an

Auf die neue Führung kommen schwierige Aufgaben zu. Die Berliner SPD steht vor Sondierungsgesprächen und einer Richtungsentscheidung: Soll die Partei auf eine Koalition mit Linken und Grünen setzen oder auf ein Dreierbündnis mit CDU und Grünen? Diskutiert wird unter den Abgeordneten auch, eine Minderheitsregierung von Linken und Grünen zu tolerieren.

Saleh hatte sich klar gegen eine Tolerierung ausgesprochen. Auch andere Abgeordnete äußerten Bedenken und befürchten, eine solche Entscheidung könnte Neuwahlen nach sich ziehen, bei denen die SPD noch schlechter abschneiden würde als zuletzt.

Bei der Abgeordnetenhauswahl am vergangenen Sonntag kam die SPD nur noch auf 12,1 Prozent der Stimmen. Wahlsieger wurde die Linke mit 25,7 Prozent vor der CDU mit 18,8 Prozent, der AfD mit 16,3 Prozent und den Grünen mit 14,3 Prozent. (mit dpa)

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