Für die Belegschaft des insolventen Haushaltsdiscounters Mäc-Geiz gibt es die nächste schlechte Nachricht: Die Mäc-Geiz Filialschließungen nehmen konkrete Formen an. Rund 50 der bundesweit 183 Filialen sollen dichtmachen – das ist fast jede dritte. Welche Standorte genau betroffen sind, steht laut Unternehmen noch nicht fest. Klarheit über die künftige Struktur soll es erst im Herbst 2026 geben.
Betroffen ist vor allem Ostdeutschland. Der Discounter mit Sitz im sachsen-anhaltischen Landsberg betreibt seine Läden schwerpunktmäßig in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin. Insgesamt beschäftigt Mäc-Geiz nach eigenen Angaben 1175 Mitarbeiter.
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Wie es zur Insolvenz kam
Bereits im Mai hatte Mäc-Geiz beim Amtsgericht in Halle an der Saale einen Insolvenzantrag gestellt. Am 1. August eröffnete das Gericht planmäßig ein Eigenverwaltungsverfahren.
Zum Sachwalter wurde der Sanierungsexperte Lucas Flöther bestellt. Er überwacht das Verfahren im gerichtlichen Auftrag und im Interesse der Gläubiger.
Das wirtschaftliche Umfeld sei „anspruchsvoll und die Sanierung mit erheblichen Herausforderungen verbunden", erklärte das Unternehmen. Durch die geplanten Schließungen soll die Kette wieder wettbewerbsfähig werden.
Warum der Discounter in die Krise geriet
Als Gründe für die Schieflage nennt das Unternehmen mehrere Faktoren. Die Kunden halten sich beim Konsum zurück – die Lebenshaltungskosten steigen.
Dazu kommen hohe Energie- und Lohnnebenkosten sowie der harte Wettbewerb im Einzelhandel, auch durch digitale Händler.
Ein weiterer Punkt kam erschwerend hinzu: Ende Mai lief eine Absicherungsvereinbarung mit der Markant-Gruppe aus. Über diese hatten Lieferanten bislang ihre Forderungen abgesichert. Die Suche nach Alternativen erwies sich als schwierig.
Erste Mitarbeiter mussten schon gehen
Der Stellenabbau hat bereits begonnen. Seit dem Insolvenzantrag im Mai hat sich Mäc-Geiz von 66 Mitarbeitern aus den Bereichen Vertrieb, Logistik und dem Dienstleistungszentrum getrennt. Zusätzlich mussten fünf Beschäftigte bei der MTH Retail Services gehen.
Für die verbliebenen Mitarbeiter ändert sich etwas Grundlegendes: Der Insolvenzgeldzeitraum ist beendet. Ab sofort zahlt das Unternehmen die Löhne und Gehälter wieder selbst.
Parallel laufen Gespräche mit den Vermietern der Filialen. An ihrem Ausgang hängt mit, wie viele Läden tatsächlich schließen müssen.
Die Verbindung zu Kodi
Mäc-Geiz steht nicht allein. Erst im Februar hatte der Konkurrent Kodi die Handelskette von der österreichischen MTH-Gruppe übernommen. Beide Markennamen sollten erhalten bleiben.
Doch auch Kodi kämpft: Das Unternehmen befindet sich inzwischen erneut in einem Insolvenzverfahren. Bereits Ende 2024 hatte Kodi ein Schutzschirmverfahren durchlaufen und rund 80 Filialen geschlossen.
Damit stecken gleich zwei bekannte Non-Food-Discounter in ernsten Schwierigkeiten – ein Warnsignal für den ostdeutschen Einzelhandel.
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