Ein 31-Jähriger soll beim Zweitliga-Duell gegen Dynamo Dresden einen fünf Kilogramm schweren Pflasterstein auf einen Beamten geschleudert haben. Die Anklage lautet auf versuchten Mord.
Die juristische Aufarbeitung der Ausschreitungen beim Ost-Derby zwischen dem 1. FC Magdeburg und der SG Dynamo Dresden geht in die nächste Runde. Vor dem Schwurgericht des Landgerichts Magdeburg muss sich ab Dienstag, 6. Oktober, ein 31-jähriger Magdeburger verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord, schweren Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung und einen tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte vor.
Angeklagter schweigt bislang
Laut Anklage hatten Anhänger des FCM am Abend des 24. Januar 2026 während der Halbzeitpause des Zweitligaspiels Polizeikräfte angegriffen, die zur Sicherung der Partie im Einsatz waren. Der Angeklagte soll dabei aus wenigen Metern Entfernung einen etwa fünf Kilogramm schweren Pflasterstein auf einen Beamten geworfen und ihn am Kopf getroffen haben. Nach Auffassung der Ermittler nahm er zumindest billigend in Kauf, dass der Polizist tödlich verletzt werden könnte. Als Mordmerkmal sieht die Anklagebehörde niedrige Beweggründe.
Der Mann war am 4. März festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Im Ermittlungsverfahren schwieg er zu den Vorwürfen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Erstes Verfahren läuft noch
Die zuständige Strafkammer hat für das Verfahren drei Sachverständige und 19 Zeugen geladen. Zehn Fortsetzungstermine sind bis Anfang Dezember angesetzt, weitere Verhandlungstage sind möglich.
Versuchter Mord beim Fußballspiel gegen Dresden: FCM-Fan vor Gericht
Zweitliga-Derby eskaliert: Polizeigewerkschaft fordert Geisterspiele in Magdeburg
Es ist bereits der zweite Prozess wegen versuchten Mordes im Zusammenhang mit der Partie. Ein erstes Verfahren läuft seit dem 20. Juli vor dem Landgericht und soll nach bisheriger Planung am 23. Oktober enden. Die Krawalle hatten bundesweit eine Debatte über Gewalt gegen Einsatzkräfte im Fußball ausgelöst.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]