In Magdeburg hat ein neues Zentrum für Hirngesundheit seine Arbeit aufgenommen. Ziel sei es, die Hirnleistung bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen zu verbessern und Grundlagenforschung mit konkreter Hilfe für Patienten zu verbinden, teilte die Universitätsmedizin Magdeburg zur Auftaktveranstaltung mit.
Das Zentrum sei deutschlandweit einzigartig und verbinde Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge, sagte der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums, Hans-Jochen Heinze. Mediziner, Naturwissenschaftler und Ingenieure arbeiteten dort zusammen. „Wir wollen die zentralen Fähigkeiten des Gehirns über die gesamte Lebensspanne stärken und erhalten“, erklärte Heinze.
Alzheimer-Forschung: Immunenzym könnte Tau-Bildung im Gehirn steuern– neuer Therapieansatz?
Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) bezeichnete das Zentrum als wichtigen Baustein für die Gesundheitsversorgung im Land. „Das neue Zentrum für Hirngesundheit zeigt, was moderne Universitätsmedizin leisten kann“, sagte Willingmann. Er verwies auf die langjährige Expertise in der Neuroforschung in Magdeburg.
Alzheimer und Demenz im Focus
Patienten sollen in kombinierten Hirngesundheits- und Gedächtnissprechstunden betreut werden, erklärte Emrah Düzel, Direktor des Instituts für Kognitive Neurologie und Demenzforschung Magdeburg und Sprecher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen in Magdeburg. Im Fokus stünden Krankheiten wie Alzheimer und Demenz. Krankheitsprozesse sollten gebremst und vorhandene Hirnressourcen gezielt gestärkt werden.
Lungenentzündung: Neuer Wirkstoff gegen Pneumokokken ohne Antibiotika
Den grundlagenorientierten Zugang bringe das Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) ein, hieß es von der Universitätsmedizin. Untersucht würden insbesondere die Mechanismen von Lernen, Aufmerksamkeit und Handlungskontrolle. Daraus sollen neue Ansätze für Diagnostik und Therapie entstehen.
„Wenn wir verstehen, wie sich Lernen und Anpassung in den Schaltkreisen des Gehirns organisieren, können wir gezielter in diese Prozesse eingreifen und neue therapeutische Wege entwickeln“, sagte der wissenschaftliche Geschäftsführer des LIN, Stefan Remy.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]