Der Postdoktorand Konstantinos Katsoulis-Dimitriou vom Institut für Klinische Immunologie und Zelltherapeutika der Universitätsmedizin Magdeburg ist mit dem „GC-I3 Paper of the Year: Young Research Award“ ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung wurde am 18. Mai 2026 im Rahmen des Young Research Day der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg verliehen, wie die Hochschule am Mittwoch mitteilte.
Im Mittelpunkt der prämierten Studie steht das Zusammenspiel zwischen Mastzellen und Makrophagen, zwei Zelltypen des angeborenen Immunsystems. Mastzellen sind vor allem aus der Allergieforschung bekannt, Makrophagen gelten als „Fresszellen“ des Immunsystems.
„Wir konnten erstmals zeigen, dass Makrophagen die von Mastzellen freigesetzten Granula aufnehmen und dadurch ihre Eigenschaften verändern“, erklärte Katsoulis-Dimitriou. Damit ergäben sich neue Perspektiven auf entzündliche Prozesse in der Haut.
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Beide Zelltypen kommunizieren intensiv
Nachgewiesen wurde der Mechanismus mittels intravitaler Multiphotonen-Mikroskopie, einem hochauflösenden, dreidimensionalen Bildgebungsverfahren, welches es ermöglicht, Prozesse direkt in lebenden Organismen (in vivo) in Echtzeit zu beobachten. In Organismen, in denen Mastzellen und Makrophagen fluoreszierend sichtbar gemacht wurden, konnten die Forscher beobachten, dass beide Zelltypen in der Haut eng nebeneinander liegen und intensiv miteinander kommunizieren.
Werden Mastzellen durch Kontaktallergene aktiviert, setzen sie ihre Granula frei. Bei diesen handelt es sich um winzige Körnchen in den Zellen, die als Speicherort für Stoffe wie Proteine oder als Sekretionsbläschen für Hormone und Neurotransmitter dienen. Die Makrophagen nehmen diese dann auf und verändern ihre Funktion anschließend deutlich: Sie verstärkten unter anderem ihre Fähigkeit zur sogenannten Phagozytose – also zur Aufnahme und zum Abbau von Keimen, Fremdkörpern oder Zellbestandteilen – und entwickelten gleichzeitig entzündungsfördernde wie auch entzündungshemmende Eigenschaften.
Die Erkenntnisse könnten nach Angaben des Forschers über klassische Allergien hinaus Bedeutung haben, etwa für die Wundheilung, Hautinfektionen oder chronisch-entzündliche Erkrankungen. Die allergische Kontaktdermatitis betrifft demnach 20 Prozent der Bevölkerung, an Psoriasis leiden weltweit rund 125 Millionen Menschen.
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Neue Ansätze für Behandlung von Hautinfektion?
Bei beiden Erkrankungen spielen Makrophagen eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Gewebeschäden. „Mastzellen reagieren nicht nur auf Allergene, sondern auch auf Zellstress oder mechanische Reize. Deshalb könnten unsere Erkenntnisse weit über klassische Allergien hinaus Bedeutung haben – etwa für Wundheilung, Hautinfektionen oder chronisch-entzündliche Erkrankungen“, sagt der Immunologe.
Besonders interessant ist dabei, dass die von Mastzellen freigesetzten Granula sehr stabile Partikel sind. Dadurch lassen sie sich gezielt isolieren und untersuchen. Das Forschungsteam will nun weiterhin untersuchen, ob diese Strukturen künftig genutzt werden können, um fehlgeleitete Immunreaktionen gezielt zu beeinflussen und neue Ansätze für Diagnose und Behandlung zu entwickeln.
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