Sachsen-Anhalt

„Man arbeitet nur noch, um arbeiten zu gehen“: Der Frust hinter dem AfD-Zuspruch

Rund 200 Menschen drängen sich in Oranienbaum um AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund. Zwischen Autogrammen und Selfies wird deutlich, wie tief die Verzweiflung sitzt.

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Einwohner und Touristen stehen geduldig in einer Schlange, um sich Merchandise von Ulrich Siegmund signieren zu lassen.

Einwohner und Touristen stehen geduldig in einer Schlange, um sich Merchandise von Ulrich Siegmund signieren zu lassen.

© Benjamin Pritzkuleit/Berliner Zeitung

Donnerstagmorgen, 10:31 Uhr, das quadratische Herz von Oranienbaum. Hundert mal hundert Meter misst der Marktplatz, von dem die Straßen im strengen Raster hinausführen, mit Sichtachsen zum Schloss und zur Stadtkirche, einst nach niederländischem Vorbild angelegt.

An diesem Vormittag interessiert sich niemand für Barockarchitektur. Die Blicke richten sich auf einen Stand, an dem Frauen mit grauen Haaren wedelnd Spiegel-Ausgaben in die Luft halten wie Eintrittskarten vor einem Konzert. Sie warten darauf, dass ein Mann ein Magazin signiert, der von diesem jüngst als „der gefährlichste Mann Deutschlands“ ausgezeichnet wurde.

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