Kriminalität

Millionen-Schaden bei Brandanschlag in Leipzig: Warum die Messestadt so häufig betroffen ist

Unbekannte setzten in der Nacht zu Donnerstag 20 Laster einer MAN-Vermietung in Brand. Fast monatlich werden Unternehmen oder Einrichtungen attackiert.

3 Min
Insgesamt 20 Fahrzeuge brannten aus.

Insgesamt 20 Fahrzeuge brannten aus.

© Polizei Sachsen

Auf dem Firmengelände der MAN Truck & Bus Deutschland GmbH im Leipziger Osten sind in der Nacht zum Donnerstag zwanzig Fahrzeuge in Brand geraten. Der Sachschaden beläuft sich auf über zwei Millionen Euro, das gab am Freitag die Polizei bekannt.

Das Feuer brach laut Polizeiangaben gegen 2 Uhr in der Paunsdorfer Straße im Ortsteil Sellerhausen-Stünz aus. Bei den betroffenen Fahrzeugen handelt es sich überwiegend um Lastwagen, die vollständig ausbrannten oder durch die Flammen beschädigt wurden. Die Feuerwehr konnte den Brand in den frühen Morgenstunden löschen. Verletzt wurde niemand.

Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung eingeleitet. Die Ursache des Feuers ist nach Angaben der Behörden bislang unbekannt. Nach den bisherigen polizeilichen Erkenntnissen könne eine politische Motivation der Tat jedoch nicht ausgeschlossen werden, teilte das LKA mit. Es übergab daher die Ermittlungen an das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ), das für Fälle aus dem Bereich der politisch motivierten Kriminalität zuständig ist.

Die Täter drangen aufs Firmengelände von MAN ein.

Die Täter drangen aufs Firmengelände von MAN ein.

© Anke Brod/xcitepress

Immer wieder Leipzig

Über die Hintergründe, warum der MAN-Verleih in Leipzig angegriffen wurde, gibt es nur Mutmaßungen. Fakt ist, dass sich politischer Protest gegen gesellschaftliche Zustände besonders oft in Leipzig in Gewalt und Brandstiftung entlädt. Einige Beispiele:

In der Silvesternacht 2021 wurden elf Geländewagen und ein Anhänger der Bundeswehr in Leipzig in Brand gesetzt, aus dem linksextremistischen Milieu wurde anschließend ein Bekennerschreiben veröffentlicht.  Auch der umstrittene Bauunternehmer Christoph Gröner bekam „Besuch“ auf seiner Leipziger Baustelle. 2019 wurden drei Kräne und ein Bagger in Brand gesetzt, später auch ein  Firmenfahrzeug.

Im Mai 2024 griffen Unbekannte das Tesla-Autohaus in der Schoburgkstraße in Leipzig an, steckten mehrere Elektroautos in Brand.

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Im Juli dieses Jahres wurden auf drei Fahrzeuge des Sächsischen Immobilienmanagements, einer Einrichtung des Freistaates, Brandanschläge verübt.

Die Feuerwehr löschte im Juli drei Fahrzeuge des Sächsischen Immobilienmanagements vor der Leipziger Filiale in der Südvorstadt.

Die Feuerwehr löschte im Juli drei Fahrzeuge des Sächsischen Immobilienmanagements vor der Leipziger Filiale in der Südvorstadt.

© EHL Media/imago

Und auch die Polizei bleibt nicht verschont. Der Polizeiposten in Leipzig-Connewitz wurde im August erst mit Baustellenabsperrungen verbarrikadiert, dann wurden diese angezündet. Dabei sei der Eingangsbereich beschädigt worden, so die Polizei. Zudem wurde das Gebäude mit schwarzer Farbe besprüht und mit Steinen beworfen.

Behörden suchen Zeugen

Die Ermittler sind auf Zeugenaussagen angewiesen. Im aktuellen Fall von MAN werden Personen gesucht, die in der Tatnacht zu Donnerstag gegen 2 Uhr oder in den Tagen zuvor im Umfeld des Brandortes verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben. Auch Hinweise aus dem Internet und sozialen Medien, insbesondere aus der Zeit nach der Tat, könnten laut LKA zur Aufklärung beitragen.

Hinweise nimmt das Landeskriminalamt Sachsen unter der Telefonnummer 0800-855 2055 sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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