Gut vier Wochen nach dem Feuer an drei Lastwagen der Bundeswehr in Barleben bei Magdeburg rückt eine Erklärung im Internet in den Blick der Ermittler. Sie war schon am 1. Oktober auf der linken Plattform Indymedia veröffentlicht worden, wie die Magdeburger Volksstimme zuerst berichtete. Als Urheber nennt sich eine „Rote Arbeiter:innen Aktionsgruppe Ulrike Meinhof“.
Die Fahrzeuge standen in der Nacht zum 24. September zur Reparatur auf dem abgesperrten Werksgelände von MAN, als sie Feuer fingen. Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Polizei hatte früh Brandstiftung als Ursache angenommen.
Verweis auf Schulstreiks und RAF
Im Schreiben behaupten die Verfasser, sie hätten die Lastwagen am frühen Morgen mit Brandsätzen angezündet. Sie stellen die Tat als eigenen Schritt zur Abrüstung dar, verweisen auf die Schulstreiks gegen die Wehrpflicht und schließen mit „Krieg dem Krieg!“.
Mit dem Gruppennamen beziehen sich die Verfasser auf eine der bekanntesten Figuren des westdeutschen Linksterrorismus. Meinhof zählte zum Gründerkreis der Rote-Armee-Fraktion und nahm sich 1976 in der Haft das Leben. In Teilen der radikalen Linken gilt sie noch heute als Vorbild.
Staatsanwaltschaft schweigt zur Echtheit
Für die Ermittlungen ist der Staatsschutz des Landeskriminalamts Sachsen-Anhalt zuständig. Dem Medienbericht zufolge arbeiten auch Feldjäger der Bundeswehr mit. Zur Bewertung des Schreibens äußerte sich das LKA nicht und reichte Fragen an die Staatsanwaltschaft Magdeburg weiter. Die bestätigte nur, dass weiter wegen vorsätzlicher Brandstiftung ermittelt werde. Mehr wollte sie mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen nicht sagen.
Barleben ist kein Einzelfall. Nach dem Medienbericht hat es seit dem vergangenen Jahr mehrere vergleichbare Anschläge auf Bundeswehrfahrzeuge in zivilen Werkstätten gegeben. Im thüringischen Erfurt brannten im Juni 2025 Militär-Lkw auf einem MAN-Gelände. Eine Erklärung dazu ist nicht bekannt, die Ermittler haben 10.000 Euro für Hinweise ausgelobt.
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Ebenfalls im Juni 2025 gingen im niedersächsischen Soltau sechs Fahrzeuge bei einer Vertragswerkstatt in Flammen auf, der Sachschaden ging in die Hunderttausende. Ein anonymes Schreiben tauchte dort zwar auf, eine Gruppe nannte es aber nicht. Bereits im März 2025 hatten Unbekannte in Berlin-Spandau sieben Lastwagen auf einem MAN-Areal angezündet. Dort reklamierte eine Gruppe namens „Agenda 2029“ die Tat für sich und begründete sie mit der Aufrüstung der Bundeswehr.
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