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Marie Nasemann über Wahlprogramm der Berliner CDU: „Dachte kurz, dass das ein Witz sein soll“

Die Schauspielerin Marie Nasemann hat verschiedene Wahlprogramme für Berlin-Mitte studiert. Obwohl sie viel Auto fährt, kann sie sich mit der CDU-Verkehrspolitik gar nicht anfreunden.

3 Min
Lebt seit rund zehn Jahren in Berlin: Marie Nasemann

Lebt seit rund zehn Jahren in Berlin: Marie Nasemann

© Eventpress Kochan/Imago

Bald sind Wahlen in Berlin – und auch, wenn die Stimmung im Vorfeld längst nicht so aufgeladen ist wie in Sachsen-Anhalt, so gibt es doch auch hier immer mal wieder politische Wortmeldungen von prominenter Stelle.

Aktuell hat sich Model und Schauspielerin Marie Nasemann in verschiedene Wahlprogramme für Berlin-Mitte eingelesen. „Bin ja grundsätzlich bei jeder Wahl erst mal offen eingestellt“, erklärt die 37-Jährige ihren 275.000 Followern bei Instagram.

Dennoch stößt ihr bei der Lektüre ein Programm für die Wahlen am 20. September offenbar besonders sauer auf – das von der CDU für Berlin-Mitte. Dort heißt es unter dem Eingangspunkt „Verkehr & Mobilität“ zunächst: „Mitte muss sich bewegen. Wir stehen für eine Verkehrspolitik, die alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt, auf Rücksicht setzt und individuelle Mobilität gewährleistet.“

CDU in Mitte: „Das Auto gehört zu Berlin“

Weiter steht im Anfang Juni beschlossenen, kommunalen Wahlprogramm der Christdemokraten: „Das Auto gehört zu Berlin. Parken gehört zu Mitte. Wir wollen, dass unser Bezirk Großstadt bleibt und nicht zum grünen Experimentierlabor ‚Pollerbü‘ umgebaut wird. Die flächendeckende Einrichtung von Kiezblocks und abgepollerten Straßen lehnen wir ab.“

Dass das Wahlprogramm so startet, kann Marie Nasemann kaum glauben: „Dachte kurz, dass das ein Witz sein soll“, schreibt Nasemann, die als Teilnehmerin der vierten Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ bekannt wurde.

„Dass die Berliner CDU einfach so tut, als gäbe es die Klimakrise nicht, ist krass. Nicht ein Wort steht da drin, was sie vorhaben, zukünftig gegen die Hitze in Großstädten zu machen. Kein Ausbau von Fahrradstraßen. Im Gegenteil“, so Nasemann, die in München aufwuchs und nach der Schauspielschule in Hamburg nach Berlin zog.

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Marie Nasemann feiert jede Fahrradstraße in ihrem Bezirk

Ein Bezirk Mitte voller Parkplätze? „Kann mir nichts Schöneres vorstellen“, witzelt die Autorin des Buches „Fairknallt – Mein grüner Kompromiss“, das es 2021 auf die Spiegel-Bestsellerliste schaffte.

Nasemann sagt zwar, auch sie fahre viel Auto mit ihren Kindern. „Trotzdem feiere ich jede einzelne Fahrradstraße, die hier in den letzten Jahren gebaut wurde. Und jeden Poller, der sicherstellt, dass meine Kinder nicht von ’nem Lastwagen überrollt werden.“

Sie wolle für keine Partei Werbung machen, erklärt sie ihren Followern: „Aber könnt ihr irgendwen wählen, der nicht so tut, als gäbe es die Klimakrise nicht?“ Großstädte müssten so gestaltet werden, „dass wir es zukünftig überhaupt noch in ihnen aushalten können“, so die 37-Jährige. „Korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber betonierte Parkplätze fühlen sich für mich eher nach noch mehr Schwitzen an.“

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