Fertiggerichte mit Bohnen, Linsen oder Erbsen sind meist gute Protein- und Ballaststoffquellen, enthalten aber häufig viel Salz. Das ist das Ergebnis eines bundesweiten Marktchecks der Verbraucherzentralen, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Untersucht wurden im Frühjahr 2026 in einer Stichprobe 288 Eintöpfe, Suppen und Fertigmahlzeiten mit Hülsenfrüchten.
Der Anteil der Hülsenfrüchte schwankte stark: Bei Fertigmahlzeiten lag er zwischen 0,8 und 64 Prozent. Am häufigsten waren Bohnen, Erbsen und Linsen enthalten, gefolgt von Kichererbsen und Sojabohnen. „Wir empfehlen einen genauen Blick auf Zutatenliste und Nährwerttabelle. Dort zeigt sich, wie ein Produkt tatsächlich einzuschätzen ist“, sagt Simone Goetz von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern.
Viel Protein, kaum Werbung damit
263 der 288 Gerichte, also 91 Prozent, erfüllen die rechtlichen Vorgaben für die Werbeaussage „Proteinquelle“. Dafür müssen zwölf Prozent des Energiegehalts aus Protein stammen. Mehr als die Hälfte gilt sogar als „proteinreich“, wofür 20 Prozent nötig sind. Bei den Eintöpfen, die etwa die Hälfte der Stichprobe ausmachten, traf das auf drei von vier Produkten zu. Vegane Eintöpfe erreichten dabei nahezu dieselben Proteingehalte wie fleischhaltige; bei Fertigmahlzeiten und Suppen lagen die Varianten mit Fleisch im Schnitt deutlich höher.
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MehrAuch bei den Ballaststoffen schneiden die Produkte gut ab: 103 erfüllen die Vorgaben für „Ballaststoffquelle“, weitere 22 gelten als „ballaststoffreich“.
Auffällig ist, dass die Hersteller mit diesen Werten kaum werben. Nur 44 Produkte tragen die erlaubten Nährwert-Claims. „Viele Lebensmittel mit Hülsenfrüchten sind von Natur aus gute Proteinquellen, ohne dass dies auf der Verpackung besonders hervorgehoben wird. Vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern ist ihr hoher ernährungsphysiologischer Wert gar nicht bewusst. Bei speziellen Proteinprodukten dagegen machen Hersteller den Eiweißgehalt zum zentralen Verkaufsargument, obwohl dieser häufig erst durch zugesetzte, hoch verarbeitete Zutaten entsteht. Protein ist offenbar nicht nur Nährstoff, sondern vor allem Marketing“, sagt Goetz.
Eine Portion Eintopf deckt fast zwei Drittel des Tagessalzes
Für 221 Produkte ließ sich der Nutri-Score ablesen oder berechnen: 107 erhielten ein „A“ oder ein „B“, 113 ein „C“. Nur ein Produkt kam wegen Kokosfett und damit vieler gesättigter Fettsäuren auf ein „D“. Der Salzgehalt lag im Durchschnitt bei 0,9 Gramm pro 100 Gramm und drückte die Bewertung nach unten. Was das praktisch bedeutet, zeigt der vollständige Marktcheck-Bericht des Verbraucherzentrale Bundesverbands: Eine 400-Gramm-Portion Eintopf mit durchschnittlichem Salzgehalt deckt bereits fast zwei Drittel der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Höchstmenge von sechs Gramm Salz pro Tag ab. Der Bericht ist unter verbraucherzentrale.de/marktcheck-huelsenfruechte abrufbar.
Woher die Hülsenfrüchte stammen, erfahren Käufer fast nie. Nur drei Unternehmen nennen das Herkunftsland auf dem Etikett oder per QR-Code; verpflichtet sind sie dazu nicht. Auf Nachfrage bei 62 Herstellern kamen sechs Antworten: Die Hülsenfrüchte stammen nur vereinzelt aus Deutschland, mehr als die Hälfte aus anderen EU-Ländern. In Deutschland angebaute Hülsenfrüchte landen überwiegend im Tierfutter.
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Das Fazit der Verbraucherzentralen: Für die schnelle Küche können die Gerichte eine gute Wahl sein, wegen des teils hohen Salzgehalts sind aber nicht alle uneingeschränkt empfehlenswert. Ein Blick auf Nährwertangaben oder Nutri-Score hilft bei der Auswahl.
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