Musik

Massive Attack: Britische Band nach Auftritt festgenommen und verhört

Bei einem Konzert in Singapur wurde die britische TripHop-Band Massive Attack nach ihrem Auftritt festgenommen. Zuvor hatten sie auf der Bühne eine Flagge gezeigt.

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Eines von vier Gründungsmitgliedern von Massive Attack: Grantley Evan Marshall

Eines von vier Gründungsmitgliedern von Massive Attack: Grantley Evan Marshall

© Maria Laura Arturi/Imago

Bereits bei ihrem Konzert in der Zitadelle Spandau Anfang Juni nutzten Massive Attack die Bühne nicht nur für ihre Musik, sondern auch als politische Plattform. Seit vielen Jahren ist die britische Band dafür bekannt, gesellschaftliche und politische Themen aufzugreifen und auf Missstände aufmerksam zu machen.

So auch bei ihrem Auftritt in Singapur: Dort wurde die legendäre TripHop-Band nach dem Hochhalten einer Palästinaflagge festgenommen und verhört. Die Gruppe bezeichnet den Vorfall nun als eine „surreale Erfahrung“.

Massive Attack: „Wir waren überrascht und enttäuscht“

„Wir waren überrascht und enttäuscht, dass unsere gesamte Band von der Polizei festgenommen, isoliert und getrennt befragt wurde“, teilten die Musiker am Sonntag, den 2. August, auf Instagram mit. Demnach sind die Hotelzimmer einiger Bandmitglieder durchsucht und ihre Reisepässe vorübergehend eingezogen worden.

„Wir hätten uns nicht vorstellen können, dass das bloße Hochhalten der Flagge eines souveränen Staates, der von 157 Ländern anerkannt wird, einen Gesetzesbruch darstellen könnte“, erklärte die Band weiter. Diese „surreale Erfahrung“ sei eine Erinnerung daran, dass Menschenrechte und das Recht auf freie Meinungsäußerung überall dort verteidigt werden müssten, wo sie bedroht seien.

Die Band um Robert Del Naja („3D“) und Grant Marshall („Daddy G“) war am Mittwoch im Stadtstaat Singapur aufgetreten. Wie schon bei ihrem Konzert in Berlin, wo sie mit Videos, Einspielern und Ansagen Kriege, Unterdrückung und globale Krisen thematisierten, zeigten sie auch dort eine Palästinaflagge.

Nach Angaben der Polizei rief ein Musiker dabei „Free Palestine“. Anders als in Deutschland gelten in Singapur jedoch sehr strenge Regeln: So ist das Zeigen einer ausländischen Flagge ohne Genehmigung verboten.

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