Der kriminelle Wochenrückblick

Maßstab Obstmesser: Stiche und Schnitte in Mitte und Gesundbrunnen

In der zurückliegenden Woche ging es in Berlin wieder brutal zu. Unser Crime-Reporter zieht Bilanz. Der kriminelle Wochenrückblick.

2 Min
Dieses von der Bundespolizei sichergestellte Messer ist kein Obstmesser. Es hat eine zu lange Klinge.

Dieses von der Bundespolizei sichergestellte Messer ist kein Obstmesser. Es hat eine zu lange Klinge.

© Bundespolizei

Nancy Faeser, unsere Bundesinnenministerin, will das Tragen von Messern mit einer Klingenlänge über sechs Zentimetern verbieten. „Sechs Zentimeter ist okay“ wird sie von der Bild-Zeitung zitiert. „Das ist ein kleines Obstmesser, wenn Sie irgendwo unterwegs sind und ein Picknick machen wollen.“

Das klingt stichhaltig. Wer will schon eine Stichwunde haben, die tiefer ist als sechs Zentimeter. Das Thema Messerangriffe ist so brennend, dass wir an dieser Stelle leider da weitermachen müssen, wo der letzte „Kriminelle Wochenrückblick“ aufhörte: In der Nacht zum Sonntag gerieten in der Rathausstraße in Mitte mehrere Männer vor einem Restaurant aneinander. Ein 31-Jähriger erlitt eine Schnittverletzung am Hals.

Und am Montag bedrohte ein Fahrgast im ICE von Wittenberg nach Berlin-Südkreuz Reisende mit einem Messer. Wie die Bundespolizei mitteilte, fand sie bei dem 35-Jährigen ein Messer mit einer Klingenlänge von 20 Zentimetern und ein weiteres mit sechs Zentimetern. Am Südkreuz wurde der Betrunkene in Gewahrsam genommen.

Am Mittwoch wurde in Gesundbrunnen ein Mann verletzt. Gegen 4.50 Uhr betrat der 35-Jährige die Wohnung seiner Freundin und bat sie, den Notruf zu wählen, da er verletzt sei. Er kam mit einer Stichverletzung am Oberkörper und einer Schnittverletzung am Arm ins Krankenhaus. Die Polizeiermittlungen deuten darauf hin, dass sich die Tat in der Gerichtstraße zugetragen hatte. 

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Messerangriff auch in Ringbahn

Zum Streit kam es in der Nacht zum Sonntag in der Ringbahn. Ein 44-Jähriger erlitt eine Schnittwunde am Bein. Nachdem der Täter geflüchtet war, erstattete der Verletzte bei der Bundespolizei Anzeige. Er kam mit Polizeibegleitung ins Krankenhaus. Denn es stellte sich heraus, dass ihn die Münchener Staatsanwaltschaft mit Haftbefehl suchte – wegen mehrerer Körperverletzungen.

Ob ein Aufatmen durch die Messerverbotszonen dieses Landes gehen wird, wenn Faesers Obstmesser-Idee in Gesetzesform formuliert wird? Werden sich die Messermänner vor Schreck andere Waffen suchen? Letzte Woche musste sich vor dem Amtsgericht Tiergarten ein Mann verantworten, der in der S-Bahn einem Fahrgast eine Gabel in den Hals gerammt hatte.

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