Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat angekündigt, die geplante dreijährige Produktionspause seiner Krimireihen „Tatort“ aus Dresden und „Polizeiruf 110“ aus Magdeburg möglichst zu beenden. Es werde „alles Mögliche“ versucht, sagte MDR-Intendant Ralf Ludwig am Donnerstag in Leipzig.
Neuproduktionen ab 2027 müssten wegen der aktuellen Sparzwänge zunächst ruhen, so Ludwig. Es liefen jedoch weiterhin Gespräche. Offen sei allerdings, ob das Schauspielensemble nach einer mehrjährigen Unterbrechung noch zur Verfügung stehe. „Das sind alles Einschnitte, die wehtun, aber ich kann nun einmal nicht mehr ausgeben als wir einnehmen“, sagte der Intendant.
Einsparung von rund 20 Millionen Euro
Mit der Krimipause spare der Sender rund 20 Millionen Euro ein, sagte MDR-Programmdirektor Boris Lochthofen. Diese Summe entspreche in etwa den jährlichen Kosten aller Sendungen von „MDR aktuell“ in Höhe von rund 16,6 Millionen Euro. Die täglichen Nachrichtensendungen aufzugeben, sei keine Alternative.
„Die bundesweiten Marken ‚Tatort‘ und ‚Polizeiruf‘ sind sehr stark“, sagte Lochthofen. Ein Neuanfang sei auch nach einer Pause möglich. Der MDR solle zudem die Mitwirkung an Kinofilmen oder Drehbüchern im fiktionalen Bereich nicht aufgeben. „Wir müssen mit einem Vollsortiment präsent bleiben, auch wenn wir Einschnitte vornehmen“, sagte der Programmdirektor.
Von 2027 an soll die Produktion der beiden Krimireihen für drei Jahre pausieren. Der MDR will in diesem Zeitraum nur bereits fertiggestellte und vertraglich vereinbarte Krimi-Produktionen ausstrahlen. Das Vorgehen war auf scharfe Kritik gestoßen. (mit dpa)
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