Gut zwei Jahre nach Inkrafttreten des Cannabis-Gesetzes haben sich in Mecklenburg-Vorpommern sechs Anbauvereinigungen etabliert. Der Schwarzmarkt bleibt nach Angaben des Innenministeriums dennoch bestehen.
Wie das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF-MV) mitteilte, bestehen die zugelassenen Clubs in Rostock und Greifswald (je zwei) sowie in Wismar und Anklam (je einer). Insgesamt seien in den vergangenen zwei Jahren elf Anträge eingegangen. Einer sei abgelehnt worden, vier weitere hätten die Vereinigungen selbst zurückgezogen. Die Behörde erteilt die Genehmigungen und kontrolliert die Clubs. Seit dem 1. April 2024 sind Besitz und Anbau von Cannabis für Erwachsene unter bestimmten Voraussetzungen legal. Wer nicht zu Hause anbauen will, kann einer Anbauvereinigung beitreten.
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Nach Angaben des Innenministeriums wurden 2023 zwölf illegale Cannabis-Plantagen in Mecklenburg-Vorpommern festgestellt, 2024 waren es 15 und im vergangenen Jahr 14. Es sei davon auszugehen, dass ein erheblicher Teil der Beschaffung weiterhin über den illegalen Markt erfolge, da die legalen Bezugsquellen den Bedarf nicht deckten, teilte das Ministerium mit. Innenminister Christian Pegel (SPD) erklärte: „Die Teillegalisierung von Cannabis ist kein Freifahrtschein. Unser Maßstab bleibt die öffentliche Sicherheit.“ Entscheidend sei, illegale Strukturen einzudämmen und bestehende Regeln umzusetzen.
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Suchtberatung registriert mehr Anfragen
Marc Thalus, Vorsitzender des Greifswalder Vereins „SoChill-Green“, führte den fortbestehenden Schwarzmarkt auf zu wenige legale Ausgabestellen und hohe bürokratische Hürden zurück. „Die Auflagen für einen Club sind hoch gesteckt“, sagte er. Sein Verein zähle inzwischen über 250 Mitglieder, in den Anbauräumen stünden mehr als 400 Pflanzen. Im Juli werde erneut geerntet.
Eine vom Bundesgesundheitsministerium beauftragte Forschergruppe kommt laut Zwischenbilanz zu dem Ergebnis, dass der Konsum trotz Teillegalisierung kaum signifikant angestiegen sei. Stefan Papke, Bereichsleiter der Beratungs- und Behandlungsstellen der Johanna-Odebrecht-Stiftung, berichtete von leichten Hinweisen auf gestiegene Anfragen in Suchtberatungsstellen und in der Psychiatrischen Institutsambulanz. Häufig habe der Konsum bei den Patienten jedoch andere Ursachen.
Besonders bei den 30- bis 50-Jährigen spiele die Selbstmedikation eine Rolle. Diese erhielten zum Teil Privatrezepte für medizinisches Cannabis mit höherem THC-Gehalt, wodurch das Risiko psychischer Probleme und einer Abhängigkeit deutlich steige, so Papke.
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