Im Nordosten Deutschlands sind im Jahr 2025 so wenige Kinder zur Welt gekommen wie nie zuvor seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 1960. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Amtes wurden in Mecklenburg-Vorpommern lediglich 8.385 Geburten registriert.
Damit unterschreitet das Bundesland sogar den bisherigen Negativrekord aus dem Jahr 1994, als 8.934 Babys gezählt worden waren. Jener Einbruch war als sogenannter Nachwende-Geburtenknick in die Geschichte des Landes eingegangen. Verantwortlich gemacht wurden seinerzeit die wirtschaftliche Unsicherheit nach der Wiedervereinigung sowie die starke Abwanderung – insbesondere junger Frauen – aus den ostdeutschen Ländern. Die Folgen jener Phase waren spürbar: An den Schulen gab es plötzlich einen Überhang an Lehrkräften. Um Entlassungen zu vermeiden, wurden viele Pädagogen in Teilzeitmodelle überführt.
Geburtenrate sinkt kräftig: Warum ist Ostdeutschland stärker betroffen?
Nach dem Tief Mitte der 1990er-Jahre stabilisierte sich die Geburtenzahl ab 1997 zunächst auf einem Niveau zwischen 12.000 und 13.000 Geburten jährlich. Seit 2017 gehen die Werte allerdings kontinuierlich zurück. Im Jahr 2023 wurde erstmals wieder die Marke von 10.000 unterschritten, 2024 kamen noch 9.157 Kinder zur Welt. Als Ursache des aktuellen Rückgangs gilt, dass jene potenziellen Eltern fehlen, die selbst während des Geburtenknicks der 1990er-Jahre nicht geboren wurden.
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Zum Vergleich: 1989, im letzten Jahr der DDR, lag die Zahl der Geburten in der Region noch bei 26.400. In den frühen 1960er-Jahren, zu Zeiten der sogenannten Boomer-Generation, waren es sogar mehr als 40.000 Neugeborene pro Jahr. (mit dpa)
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