Russland

Video zum Nationalfeiertag: Medwedew schreddert Merz und von der Leyen

Zum russischen Nationalfeiertag veröffentlicht Dmitri Medwedew ein KI-Video. Darin landen Fotos von Friedrich Merz, Ursula von der Leyen und Keir Starmer im Schredder.

3 Min
Dmitri Medwedew nutzt soziale Netzwerke für provokante Botschaften gegen westliche Staaten und Politiker.

Dmitri Medwedew nutzt soziale Netzwerke für provokante Botschaften gegen westliche Staaten und Politiker.

© Ekaterina Shtukina/imago

Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew hat zum russischen Nationalfeiertag ein KI-generiertes Video veröffentlicht, in dem sein digitales Ebenbild Fotos von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und dem britischen Premierminister Keir Starmer durch einen Aktenvernichter laufen lässt.

Das rund fünf Sekunden lange Video veröffentlichte Medwedew am Freitag auf der Plattform X. Dazu schrieb der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats: „Kein Feind kann das Wachstum und den Wohlstand unseres Vaterlandes aufhalten. Alles Gute zum Tag Russlands!“

Neue Provokation gegen Europa

Die Veröffentlichung erfolgte einen Tag nach diplomatischen Spannungen zwischen Moskau und mehreren europäischen Staaten. Wie das russische Außenministerium mitteilte, trafen sich die Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens am Donnerstag mit dem stellvertretenden Außenminister Michail Galusin in Moskau. Anschließend warf die russische Seite den drei Staaten eine „destruktive Politik“ vor. Deutschland, Frankreich und Großbritannien würden den Krieg in der Ukraine verlängern und faktisch einen „Krieg gegen Russland“ führen, hieß es aus Moskau.

Der französische Botschafter Nicolas de Rivière sprach dagegen nach dem Treffen von einem „guten Gespräch“. Die europäischen Staaten unterstützten weiterhin die Forderung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach direkten Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine unter Beteiligung der USA und Europas.

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Medwedew zählt zu den schärfsten Stimmen im Kreml

Der 60-jährige Medwedew war zwischen 2008 und 2012 Präsident Russlands und anschließend bis 2020 Ministerpräsident. Heute gehört er als stellvertretender Vorsitzender des Sicherheitsrats zu den einflussreichsten Politikern im Umfeld von Kreml-Chef Wladimir Putin. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat sich Medwedew zu einem der schärfsten Verfechter eines harten Kurses entwickelt. In sozialen Netzwerken und öffentlichen Auftritten drohte er wiederholt mit militärischer Eskalation und sprach mehrfach über einen möglichen Einsatz von Atomwaffen.

Ende Mai richtete er sich direkt an die Bevölkerung der Europäischen Union. „Bürger der EU-Länder, Sie sollten erkennen, dass Ihre Behörden einseitig einen Krieg mit Russland begonnen haben“, schrieb Medwedew damals in sozialen Netzwerken. „Der friedliche Schlaf ist vorbei.“

Viel Spott unter dem Beitrag

Unter dem Video überwogen am Freitag kritische und spöttische Reaktionen. Ein Nutzer schrieb auf Russisch: „Nach vier Jahren ist der Donbass immer noch nicht erobert. Es lebe die Ukraine.“ Andere machten sich über den Aktenvernichter lustig und fragten, ob dieser aus Deutschland oder den USA stamme.

Mehrfach wurde auch Medwedews Auftreten selbst verspottet. „Oh Gott, Dmitri hat wieder getrunken“, schrieb ein Nutzer auf Englisch. Ein anderer kommentierte: „Der Einzige, der Russlands Entwicklung behindert, ist der Mann im Kreml und sein Umfeld.“

Der Beitrag ist zugleich ein weiteres Beispiel dafür, wie künstliche Intelligenz inzwischen für politische Botschaften eingesetzt wird. Während staatliche Stellen und Politiker weltweit vor den Risiken manipulierter KI-Inhalte warnen, greifen politische Akteure selbst zunehmend auf entsprechende Technologien zurück.

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