Zahl nimmt zu

Polizei ermittelt in Tausenden Fällen wegen gefälschter Impfpässe

Der gelbe Impfpass ist leicht zu fälschen, geben die Ermittler zu. Sie gehen von einer hohen Dunkelziffer bei den Fälschungen aus.

Team News AFP/kmi
2 Min
Die Zahl der gefälschten Impfpässe nimmt zu (Symbolbild).

Die Zahl der gefälschten Impfpässe nimmt zu (Symbolbild).

© dpa/Sophia Kembowski

In Nordrhein-Westfalen würden 2495 Fälle gezählt, knapp die Hälfte davon seit Ende November. In Berlin seien es 1028 Fälle, in Hessen und Baden-Württemberg jeweils eine Zahl im „unteren vierstelligen Bereich“, in Rheinland-Pfalz 727 und in Hamburg 720 Fälle. Selbst im bevölkerungsarmen Schleswig-Holstein gebe es 550 Fälle – zwei Drittel davon fielen demnach in den vergangenen vier Wochen an.

Das sächsische Landeskriminalamt erklärte, es sei von einem großen Dunkelfeld auszugehen. Ermittelt werde „konsequent bei jedem Verdachtsfall“. Laut der Zeitung wird in einem internen Lagebild des Bundesinnenministeriums davon ausgegangen, dass sich die Nachfrage nach gefälschten Impfpässen wegen der verschärften Corona-Maßnahmen „auf einem höheren Niveau einpegeln“ werde.

Impfpässe enthalten keine Sicherheitsmerkmale

Eingeräumt wird auch, dass die Pässe „leicht zu fälschen“ seien, weil sie „keine Sicherheitsmerkmale“ enthielten. Problematisch seien auch „fehlende Prüfansätze“, um bei der Erstellung digitaler Impfzertifikate Fälschungen zu entdecken. Seit etwa einer Woche können Apotheken über einen Server prüfen, ob die im Impfpass genannte Chargennummer tatsächlich ausgegeben und verimpft wurde.

Auch die Polizei kann inzwischen auf der internen Plattform Extrapol Chargennummern auf Echtheit überprüfen. Inzwischen seien Polizeikräfte „speziell ausgebildet, um Fälschungen zu erkennen“, erklärte das bayerische Landeskriminalamt. Im Saarland werden die Fälschungsfälle nach Angaben der dortigen Behörde inzwischen zentral in einem Dezernat ermittelt.

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Geldstrafe oder Freiheitsstrafe drohen bei Nutzung von falschem Impfpass

Seit Ende November drohen bei Nutzung eines falschen Impfpasses etwa in einer Apotheke eine Geldstrafe oder bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe. Für einen „gewerbsmäßigen“ Handel kann es bis zu fünf Jahre Haft geben. Viele Landeskriminalämter fuhren zuletzt Warnkampagnen mit Hinweisen auf diese Strafen.

Das Berliner Landeskriminalamt verwies gegenüber der tageszeitung darauf, dass die Fälschungen nicht nur bei Telegram, sondern auch bei WhatsApp oder Ebay-Kleinanzeigen zum Kauf angeboten würden – zu Preisen zwischen 50 und 350 Euro. Digitale Nachweise seien dabei teurer als die gelben Impfbücher aus Papier.

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