Die Amerikaner wollen ihre bisherige Botschaft an der Neustädtischen Kirchstraße im Bezirk Mitte ausbauen. Dies bestätigte am Sonntag die Sprecherin von Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD), Petra Reetz. Die Pläne seien mit der Bau- und Innenverwaltung des Senats abgestimmt und hätten keine Auswirkungen auf den geplanten Neubau der US-Botschaft am Pariser Platz.Um das Gebäude, das die Amerikaner schon zu DDR-Zeiten als Vertretung nutzten, soll ein zwei Meter hoher Zaun mit einem massiven Sockel als Rammschutz gezogen weden. Außerdem sind ein neues Wachhaus und Sanierungsarbeiten im Gebäude geplant. "Die Amerikaner wollten die Situation vor ihrem Gebäude aus stadtoptischen Gründen verändern", sagte Petra Reetz. "Wir begrüßen das sehr." Seit der Verhaftung des Kurdenführers Abdullah Öcalan im Jahr 1999 ist die amerikanische Botschaft mit Nato-Draht eingezäunt. Die Neustädtische Kirchstraße ist für den Fahrzeugverkehr nicht mehr durchgängig befahrbar."Es gibt keinen Zweifel, dass die Amerikaner ihre Botschaft am Pariser Platz errichten werden", sagte am Sonntag auch Senatssprecher Michael-Andreas Butz. Die Verhandlungen zwischen dem Senat und den Amerikanern über die Sicherheitsanforderungen am Pariser Platz seien erfolgreich verlaufen, nun müssten die USA noch offene Fragen mit den anderen Anrainern am Pariser Platz und mit der Stiftung für das Holocaust-Mahnmal klären. Wie berichtet, verständigten sich Senat und USA darauf, dass zum Schutz der künftigen Botschaft keine Wachhäuschen aufgestellt, sondern versenkbare Poller eingerichtet werden. Außerdem werden die Gehwege an der Ebert- und der Behrenstraße erweitert. Dafür soll die Behrenstraße ein Stück südlich und damit auf das geplante Gelände des Holocaust-Mahnmals verlagert werden. Die USA verzichteten auf ihre Forderung nach einem Sicherheitsabstand von 30 Metern, dürfen ihr Gebäude nun aber höher bauen als ursprünglich geplant.Unklar ist derzeit noch, wie die hohen Sicherheitsanforderungen mit den Wünschen der anderen Anlieger vereinbart werden. Die Banken am Pariser Platz, aber auch die Akademie der Künste und das Hotel Adlon wollen nämlich einen freien Zugang zu ihren Gebäuden. Probleme könnte es beispielsweise wegen der Tiefgaragen geben, die nach dem Bau der US-Botschaft direkt an dieses Gebäude führen würden. Die Gespräche zwischen Amerikanern und Anliegern sind noch nicht abgeschlossen.Wann mit dem Botschaftsbau begonnen wird, ist derzeit noch völlig offen. Darüber wird erst der neue US-Präsident entscheiden, zumal auch der bisherige US-Botschafter John Kornblum aus dem Dienst scheidet. Dass sich der Neubau wegen finanzieller Probleme verzögert, wollte man in Senatskreisen nicht ausschließen. "Die Probleme sind seit Jahren bekannt", hieß es. Die Umbaupläne für die Botschaft an der Neustädtischen Kirchstraße hätten damit aber nichts zu tun. "Das muss gemacht werden, auch wenn morgen die Entscheidung für den Botschaftsbau am Pariser Platz fällt", sagte Petra Reetz.Sicherheit steht an erster Stelle // Für die Amerikaner steht die Sicherheit an erster Stelle. Wegen der verschärften Sicherheitsbestimmungen nach Bombenanschlägen in Nairobi und Daressalam konnten sich USA und Senat lange Zeit nicht über den Botschaftsbau am Pariser Platz einigen.Der Senat hofft auf eine baldige Entscheidung der USA, da man sich inzwischen auf die Straßenführung und versenkbare Poller verständigt hat.BERLINER ZEITUNG/KAY HERSCHELMANN Die US-Botschaft an der Neustädtischen Kirchstraße in Mitte ist seit 1999 mit Nato-Draht abgesperrt.
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