Die sieben landeseigenen Wohnungsunternehmen Berlins haben sich mit dem Senat auf einen weiteren Wachstumskurs verständigt, doch der hohe Wohnungsbedarf drückt. Langfristig soll der kommunale Bestand auf 500.000 Wohnungen steigen. Eine Bebauung am Rand des Tempelhofer Feldes war erneut Thema.
Die Wohnungsgesellschaften wollen ihren Bestand bis Ende 2035 um rund 56.000 auf 464.877 Wohnungen ausbauen. Eine entsprechende Vereinbarung, die sogenannte Roadmap 2.0, unterzeichneten die Unternehmen Berlinovo, Degewo, Gesobau, Gewobag, Howoge, Stadt und Land und WBM gemeinsam mit dem Senat. Das geht aus einer Mitteilung der Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) hervor.
Zum Vergleich: Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen spricht auf ihrer Webseite davon, dass in den kommenden Jahren durchschnittlich etwa 20.000 neue Wohnungen in der Hauptstadt gebaut werden müssten, um den Bedarf zu decken. Der Plan der landeseignen Gesellschaften sieht ungefähr 6000 Wohnungen pro Jahr vor.
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„Bezahlbarer Wohnraum für 120.000 Menschen“
Als Etappenziel soll der gemeinsame Bestand bis Ende 2030 auf rund 440.600 Wohnungen wachsen, was einem Plus von etwa 32.000 Wohnungen entsprechen würde. Zur Halbzeit wollen Senat und Unternehmen laut Mitteilung prüfen, wie sich Baukosten und Förderung auf die weitere Entwicklung auswirken. Perspektivisch strebt der Senat einen landeseigenen Bestand von 500.000 Wohnungen an.
Der angestrebte Zuwachs um rund 56.000 Wohnungen bis 2035 bedeutet ein Plus von rund 14 Prozent und schaffe bezahlbaren Wohnraum für schätzungsweise 120.000 Menschen, was in etwa der Einwohnerzahl von Berlin-Schöneberg entspricht. Bereits im April hatten die Landeseigenen das Ziel der ersten Roadmap von 400.000 Wohnungen vorzeitig erreicht. Aktuell bewirtschaften sie nach eigenen Angaben gut 408.000 Wohnungen und damit rund ein Viertel aller Berliner Mietwohnungen.
Das Wachstum solle vor allem durch Neubau erreicht werden, sagte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) bei einer Besichtigungstour zu mehreren Bauprojekten. Ergänzend wollten die Gesellschaften Bestände hinzukaufen, wo dies wirtschaftlich sinnvoll sei.
Wegner weiter offen für Bebauung am Tempelhofer Feld
Erneut warb Wegner laut dpa zudem dafür, Wohnungen am Rand des Tempelhofer Feldes zu errichten. Ein von einer Gruppe Architekten vorgestelltes Konzept sehe dort 21.400 Wohnungen für rund 50.000 Menschen vor. „Das ist ein Vorschlag, den man nicht kategorisch ablehnen, sondern sich mal genau angucken sollte“, sagte Wegner. Nach seinen Worten bliebe dabei die im Tempelhof-Gesetz festgeschriebene Wiesenfläche von 200 Hektar erhalten.
Im Mai 2014 hatten die Berliner in einem Volksentscheid beschlossen, dass der ehemalige Flughafen nicht bebaut werden darf. Die Fläche wird heute als Freizeitgelände genutzt.
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