Eine Mehrheit von 55 Prozent der Befragten findet laut RTL/ntv-„Trendbarometer“, dass Merz von seinem Regierungsamt zurücktreten sollte. 40 Prozent sprechen sich für einen Verbleib des Kanzlers im Amt aus. Das ergab eine Forsa-Befragung von 1509 Menschen zwischen dem 17. und 21. September. Die Fehlertoleranz gibt das Institut mit rund +/- 3 Prozentpunkten an.
„Desaster“ für Merz: So blickt die Weltpresse auf die Wahlergebnisse in MV und Berlin
Besonders hoch ist die Zustimmung zu einem Rücktritt unter AfD-Anhängern mit 89 Prozent. Bei Ostdeutschen liegt der Wert bei 68 Prozent, unter Anhängern der Linken bei 65 Prozent. Von den SPD-Anhängern plädieren 43 Prozent für einen Rücktritt des Kanzlers. Rückhalt findet Merz vor allem in den eigenen Reihen: 78 Prozent der Unions-Anhänger lehnen einen Rücktritt ab, nur 21 Prozent befürworten ihn.
Merz übernimmt Mitverantwortung für Wahlniederlagen
Vor den Bundestagsabgeordneten von CDU und CSU hat Merz eine Mitverantwortung für die jüngsten Niederlagen in den Ländern übernommen. „Ich habe meinen Anteil an diesen Wahlergebnissen“, wurde Merz von Teilnehmern der Unionsfraktionssitzung am Dienstag in Berlin zitiert. Wie bereits am Montag sprach er demnach von „desaströsen Ergebnissen“.
Wie weiter aus Fraktionskreisen verlautete, bekannte Merz sich in geschlossener Sitzung vor den Abgeordneten zu den anvisierten Reformen. Insbesondere die Rentenreform müsse so wie im Koalitionsausschuss vereinbart umgesetzt werden.
Wegen der CDU-Niederlagen bei den drei Landeswahlen in diesem Monat und wegen der bundesweit schlechten Umfragewerte war Merz zuletzt innerparteilich unter Druck geraten. Bei der Fraktionssitzung am Dienstag sollte es auch um das Erscheinungsbild der Partei und um Wege aus dem Stimmungstief gehen.
Unionsfraktionschef Thorsten Frei betonte unmittelbar vor Beginn der Sitzung, dass der Kanzler bei den Abgeordneten Rückhalt finde: „Der Bundeskanzler hat unsere Unterstützung.“
Sonntagsfrage: AfD bleibt vor der Union
In der Sonntagsfrage verharrt die Union bei 20 Prozent und damit auf ihrem bisherigen Tiefstand. Stärkste Kraft bleibt die AfD mit unveränderten 27 Prozent. Die Grünen verlieren im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt und kommen auf 17 Prozent. SPD und Linke liegen jeweils bei 12 Prozent. Die FDP erreicht unverändert 4 Prozent, das BSW verharrt bei 3 Prozent.
Für die Sonntagsfrage befragte Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 15. und 21. September 2504 Menschen. Die Fehlertoleranz gibt das Institut mit rund +/- 2,5 Prozentpunkten an.
Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf etwaige Wahlausgänge. (mit dpa)
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