Der US-amerikanische ChatGPT-Entwickler OpenAI arbeitet einem Medienbericht zufolge an einem tragbaren Lautsprecher ohne Bildschirm als sein erstes Hardwareprodukt. Das Gerät ist als „menschenähnlicher Begleiter, der zuhause lebt“ geplant, wie es in einem Bericht des Finanzdienstes Bloomberg heißt.
Unter Berufung auf interne Quellen heißt es bei Bloomberg, das Produkt befinde sich noch in der Entwicklung. Es solle Haushaltsgeräte steuern, Medien abspielen, Fragen beantworten, auf Nachrichten reagieren und die Funktionen von OpenAIs Sprachmodell ChatGPT nutzen können.
Eine Kamera und weitere Sensoren sollen es dem Gerät erlauben, seine Umgebung zu erfassen. Über einen Akku könne der Lautsprecher innerhalb der Wohnung bewegt werden.
Nach Angaben der Bloomberg-Quellen soll das Gerät mit der Zeit persönlicher und vorausschauender agieren, indem es unter anderem auf E-Mails der Nutzer zurückgreife. Prägendes Merkmal solle die „Persönlichkeit“ sein – mechanische Elemente sollen dem Lautsprecher zudem eigenständige Bewegungen ermöglichen.
Die Sprachfunktion basiere auf einer weiterentwickelten Version des in diesem Monat vorgestellten „GPT-Live“-Modus.
So unterscheidet sich das Vorhaben von bisherigen Smart Speakern
Von etablierten Sprachassistenten wie Amazons Alexa, Apples HomePod oder Googles Nest soll sich das Gerät dem Bericht zufolge in mehreren Punkten unterscheiden. Während heutige Lautsprecher überwiegend auf einzelne Sprachbefehle reagieren, soll der OpenAI-Speaker auf die volle Bandbreite von ChatGPT zugreifen und über die Zeit ein persönliches Profil des Nutzers aufbauen.
Statt nur zu antworten, solle das Gerät Bedürfnisse vorwegnehmen und von sich aus Informationen liefern. Anders als gängige Modelle für den Wohnraum, die dauerhaft am Stromnetz hängen, sei es mit einem Akku ausgestattet und lasse sich zwischen Räumen bewegen. Eine Kamera und weitere Sensoren sollen die Umgebung erfassen, mechanische Bauteile eigenständige Bewegungen ermöglichen.
Intern beschreibe OpenAI das Produkt nicht als Lautsprecher, sondern als neuen Typ Heimcomputer für das KI-Zeitalter.
Das geplante KI-Gerät von OpenAI soll bisherige Sprachassistenten, wie etwa Alexa, in den Schatten stellen.
© Fotoillustration: Berliner Zeitung am Wochenende. Fotos: Imago, Amazon, Google, Apple
Bericht: OpenAI hat fünf Produkte in Arbeit
OpenAI arbeitet dem Bericht zufolge an etwa fünf verschiedenen Geräten, will den Lautsprecher jedoch als erstes auf den Markt bringen. Eine Vorstellung sei noch für dieses Jahr geplant, die Auslieferung für 2027. Später wolle das Unternehmen ein mobiles KI-Gerät entwickeln, das das Smartphone ersetzen könne. Auch Wearables und Heimroboter würden geprüft.
Für den Aufbau des Hardwaregeschäfts hatte OpenAI im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 6,5 Milliarden Dollar für die Übernahme des Start-ups io Products des früheren Apple-Designchefs Jony Ive gezahlt. Dessen Studio LoveFrom sei ebenfalls an der Entwicklung beteiligt, so Bloomberg. Zahlreiche ehemalige Apple-Mitarbeiter, die an iPhone und Mac gearbeitet hätten, seien in das Projekt eingebunden.
Rechtsstreit mit Apple
Eine Klage von Apple erschwert das Vorhaben. Der iPhone-Hersteller hatte OpenAI am vergangenen Freitag vorgeworfen, über frühere Apple-Beschäftigte, Rekrutierungspraktiken und Zulieferer systematisch an Geschäftsgeheimnisse gelangt zu sein, um den Einstieg in das Hardwaregeschäft zu beschleunigen. Apple strebt laut Bloomberg eine einstweilige Verfügung an, die den Verkauf der OpenAI-Geräte verzögern könnte.
OpenAI erklärte, man habe „kein Interesse an Geschäftsgeheimnissen anderer Unternehmen“. Man nehme die Vorwürfe ernst, sehe aber keine Belege für deren Berechtigung. Nach Einschätzung des Unternehmens weiche der geplante Lautsprecher deutlich von aktuellen Apple-Produkten ab.
Eine Anfrage von Reuters zu einer Stellungnahme zu dem geplanten Gerät ließ OpenAI zunächst unbeantwortet.
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