Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich ungewöhnlich deutlich zur Machtstellung privater Unternehmer geäußert. So sprach sie auch über Bill Gates und dessen Stiftung.
Merkel machte klar, dass sie sich mit der Frage nach dem Einfluss privater Milliardäre nicht erst in der aktuellen Debatte um Künstliche Intelligenz beschäftigt habe. Der Anstoß sei deutlich früher gekommen, nämlich durch Bill Gates und dessen Stiftungsarbeit. Die Stiftung habe über erhebliche Geldmittel verfügt, was sich unmittelbar auf den Umgang mit Gates ausgewirkt habe: „Er wurde plötzlich mindestens so freundlich von irgendeinem Regierungschef auf der Welt empfangen wie ich", so Merkel.
Fokus auf Impfungen statt Bildung
Die Altkanzlerin beschrieb einen konkreten politischen Hebel: „Und er hat dann auch sozusagen die Kraft gehabt, qua Geld moralischen Druck auszuüben." Gates habe sich gegenüber anderen Staats- und Regierungschefs kritisch geäußert, wenn ihm der deutsche Beitrag zu gering erschien. Merkel schilderte es mit den Worten: „Und dann hat er jedem afrikanischen Regierungschef gesagt: Die Merkel, die war dieses Jahr geizig.“ Ihr Fazit: „Und damit hatte er eine große Macht erlangt.“
Merkel ging auch auf die inhaltliche Ausrichtung der Stiftungsarbeit ein. „Die Bill-Gates-Stiftung hat sich dann sehr – oder damals noch Melinda-und-Bill-Gates-Stiftung – sehr fokussiert auf bestimmte Sachen, zum Beispiel Impfung“, sagte sie. Sie habe Gates gefragt, ob eine stärkere Ausrichtung auf andere Bereiche wie Bildung denkbar sei. Gates habe ihr entgegengehalten, dass in diesem Feld die erzielten Ergebnisse deutlich schwerer messbar seien.
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