Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist bei seinem ersten Wahlkampfauftritt in Ostdeutschland auf offene Ablehnung gestoßen. Auf der Strandpromenade des Ostseebads Kühlungsborn in Mecklenburg-Vorpommern beschimpften ihn Passanten unter anderem als „Kriegstreiber" und „Pinocchio", andere skandierten „Rücktritt".
Zugleich meldeten sich aus dem Publikum auch Stimmen zu Wort, die den lautstarken Merz-Gegnern widersprachen und an deren Anstand appellierten. Der CDU-Vorsitzende sprach an einem Wahlkampfstand über Absperrgitter hinweg mit Bürgerinnen und Bürgern.
Ein zuvor angekündigtes Pressestatement kam nicht zustande. Eine Begründung dafür lieferte das CDU-Team auf Anfrage zunächst nicht.
Fischer klagt über Lage der Küstenfischerei
Vor dem Auftritt auf der Promenade hatte Merz ein Kühlungsborner Fischrestaurant besucht und ein Fischbrötchen als „exzellent gut" bezeichnet. Doch auch dort blieb es nicht bei Höflichkeiten: Der Sohn des Gaststätten-Inhabers, selbst Fischer, schilderte dem Kanzler die aus seiner Sicht bestehenden Probleme der Küstenfischerei in Mecklenburg-Vorpommern. Er verwies auf Fangbeschränkungen sowie darauf, dass Kegelrobben die Bestände dezimierten. Man sei auf dem Weg, „die Küstenfischerei in MV abzuschaffen", so der Fischer.
Merz entgegnete, man müsse die Ursachen der Probleme verstehen, es sei jedoch auch wichtig, Bestände zu schützen.
Begonnen hatte der Besuch bei Sonnenschein. Als Merz nach draußen auf die Strandpromenade ging, zogen dunkle Wolken über der Ostsee auf. Zeitweise regnete es, es blitzte und donnerte.
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