Landwirtschaft

Milchpreis bricht ein: Bauern droht Verlust von Zehntausenden Euro

In Mecklenburg-Vorpommern liegt der Milchpreis 25 Prozent unter dem Vorjahrespreis. Das Ministerium warnt vor massiven Einbußen.

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Hohe Kosten verschärfen die Lage für Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern.

Hohe Kosten verschärfen die Lage für Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern.

© Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dp

Die Milchpreise in Mecklenburg-Vorpommern liegen aktuell rund 25 Prozent unter dem Vorjahresniveau und haben damit den niedrigsten Stand seit vier Jahren erreicht. Das teilte das Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern am Montag mit.

Damit könnte 2026 für die Milchviehbetriebe wirtschaftlich zu einem der schwierigsten Jahre der vergangenen zehn Jahre werden, sagt Landwirtschaftsminister Till Backhaus. Er warnt vor einem Jahr, „von dem sich viele Betriebe erst nach mehreren guten Folgejahren wieder erholen können.“

Niedrige Milchpreise treffen auf hohe Betriebskosten

Zum einen, so das Ministerium, zahlen Molkereien den Betrieben derzeit deutlich weniger für ihre Rohmilch als noch im letzten Jahr. Zum anderen sind wichtige Betriebsmittel wie Treibstoff und Dünger weiterhin teuer. Die Erzeugerpreise seien trotz eines leichten Anstiegs insgesamt auf niedrigem Niveau geblieben, sodass die Erlöse mit den gestiegenen Kosten nicht mithalten können.

Übertrage man die aktuellen Preise auf das zuletzt ausgewertete Wirtschaftsjahr 2024, liege das Betriebsergebnis nach Berechnungen seines Ministeriums um rund 300 Euro je Hektar landwirtschaftlicher Fläche niedriger, so Backhaus. Umgerechnet seien das fast 33.000 Euro weniger je Arbeitskraft.

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Milchpreis auch bundesweit unter Druck

Der Preisrückgang ist allerdings kein ausschließliches Problem Mecklenburg-Vorpommerns. Auch bundesweit bewegen sich die Milcherzeugerpreise derzeit auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

Nach Angaben des Milchindustrie-Verbandes lag der bundesweite Basispreis im Mai bei rund 39 Cent je Kilogramm Milch. Im Marktbericht von Ende August spricht der Verband von einer seitwärts gerichteten Preisentwicklung. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern hätten sich zuletzt verkleinert.

Gleichzeitig wird weiterhin vergleichsweise viel Milch produziert. Die Milchanlieferung lag zuletzt auf Wochenbasis mehr als drei Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Ein größeres Angebot kann den Preisdruck auf dem Markt zusätzlich verstärken.

Zahl der Milchviehbetriebe sinkt seit Jahren

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der Milchviehbetriebe in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des Landes gab es 2010 noch knapp 1000 Betriebe mit Milchkühen. Inzwischen sind es nur noch rund 600.

Ob sich der Rückgang angesichts der derzeit niedrigen Milchpreise weiter beschleunigt, ist offen. Das Landwirtschaftsministerium warnt jedoch davor, dass die derzeitige Situation die Betriebe zunehmend belastet.

Für Verbraucher bedeutet ein niedriger Erzeugerpreis zunächst nicht automatisch, dass Milch, Butter oder Käse im Supermarkt entsprechend billiger werden. Zwischen dem Preis, den Landwirte für Rohmilch erhalten, und dem Verkaufspreis im Handel liegen unter anderem Verarbeitung, Verpackung, Transport und die Margen von Molkereien und dem Einzelhandel.

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