Kryptowährungen

Milliarden-Hack bei Krypto-Börse Binance: FBI macht Nordkorea verantwortlich

Nach Einschätzung des FBI steckt eine nordkoreanische Hackergruppe hinter dem Angriff auf die Krypto-Börse Binance. Vermögenswerte im Wert von mehr als sechs Milliarden Dollar sind betroffen.

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Münzen mit den Symbolen von Bitcoin (M) und Ethereum sind auf einem Tisch angeordnet.

Münzen mit den Symbolen von Bitcoin (M) und Ethereum sind auf einem Tisch angeordnet.

© Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Die US-Bundespolizei FBI macht Nordkorea für einen der größten Kryptowährungsdiebstähle der Geschichte verantwortlich. Hacker der nordkoreanischen Gruppe TraderTraitor hätten am 29. Oktober digitale Vermögenswerte im Wert von mehr als sechs Milliarden Dollar von der Kryptobörse Binance gestohlen, erklärte das FBI am Samstag.

Die Ermittler beobachteten laut FBI, wie die Hacker die gestohlenen Vermögenswerte vor allem in Ether (ETH) umtauschten, die Kryptowährung des Ethereum-Netzwerks. Anschließend könnten die Täter versuchen, die Herkunft der Gelder über dezentrale Finanzdienste und Plattformen für den schnellen Tausch von Kryptowährungen weiter zu verschleiern, hieß es.

Binance will Auszahlungen wieder ermöglichen

Das FBI veröffentlichte rund 500 Adressen im Ethereum-Netzwerk, die nach Einschätzung der Behörde mit den Geldwäscheaktivitäten zusammenhängen. Gemeinsam mit dem US Secret Service und der Steuerfahndung IRS-CI forderte das FBI Unternehmen der Branche auf, Transaktionen mit diesen Adressen sowie mit daraus stammenden Vermögenswerten zu blockieren.

Binance hatte den Angriff laut AFP am Donnerstag öffentlich gemacht. Betroffen waren demnach digitale Vermögenswerte im Wert von rund 6,3 Milliarden Dollar. Reuters zufolge hat Binance inzwischen 95 Prozent der gestohlenen Vermögenswerte ersetzt. Die verbleibenden fünf Prozent bestünden aus weniger liquiden Vermögenswerten, deren Beschaffung länger dauern könnte.

Nach dem Angriff hatte Binance Auszahlungen vorübergehend ausgesetzt. Diese sollten am Sonntag schrittweise wieder aufgenommen werden, wie Reuters berichtet. Binance hatte AFP zufolge auf X erklärt, die „finanziellen Folgen der bei diesem Vorfall gestohlenen Vermögenswerte“ vollständig übernehmen zu wollen.

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TraderTraitor bereits zuvor verdächtigt

TraderTraitor wird dem Hackernetzwerk Lazarus zugerechnet, das mit nordkoreanischen Geheimdiensten in Verbindung gebracht wird. Die Analysefirma TRM Labs hatte die Gruppe laut AFP bereits vor der Erklärung des FBI verdächtigt. US-Präsident Donald Trump hatte nach Angaben von Bloomberg zudem erklärt, die USA untersuchten, ob Nordkorea in den Angriff verwickelt sei.

Die Regierung in Pjöngjang bestreitet seit Jahren, staatlich unterstützte Hacker für Spionage und Finanzdiebstahl einzusetzen, wie Reuters berichtet. Die nordkoreanische Vertretung in Genf und die Botschaft in China reagierten nach Angaben der Nachrichtenagentur zunächst nicht auf eine Frage nach einer Stellungnahme.

Lazarus wurde 2014 durch einen mutmaßlichen Cyberangriff auf das Filmstudio Sony Pictures bekannt, wie AFP berichtet. TraderTraitor wird zudem für den Diebstahl von rund 1,5 Milliarden Dollar bei der Kryptobörse Bybit im Februar 2025 verantwortlich gemacht. (mit AFP)

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